Getestet

Im Test: Orbea Occam LT M10 im Test

erwachsener Allrounder für Trail- & Enduro-Einsätze

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Datum: 15.04.2026

Praxistest & Erfahrungen

Geometrie & Ausstattung: Das ist neu am Orbea Occam LT

Good News und herzlichen Glückwunsch! Das Orbea Occam wird in dieser Bike-Saison volljährig. 2008 stellten die Spanier das erste Occam-Modell vor. Mittlerweile zählt es zu den Klassikern im MTB-Sortiment der spanischen Traditionsmarke, und es präsentiert sich dabei so jung wie nie. Die aktuelle Version haben die Basken als Alleskönner konzipiert, der auf entspannten Mountainbike-Touren genauso Spass machen soll wie auf fordernden Enduro-Trails

Dabei stehen zwei Varianten zur Wahl: die SL-Version mit 140 Millimeter Federweg und die LT-Variante für anspruchsvolleres Gelände mit einer Federgabel mit 160 mm Federweg vorne und einem Dämpfer mit 150 mm hinten. Wir haben das Occam LT M10 getestet. Der Carbon-Rahmen ist mit hochwertiger 36-Float-Factory-Gabel von Fox, Float-X-Factory-Dämpfer und soliden Mittelklasse-Komponenten ausgestattet. Das asymmetrische Design mit der schrägen Strebe zwischen Sitz- und Unterrohr ist bereits vom Vorgängermodell bekannt und verleiht dem MTB-Rahmen eine markante Optik.

Ein Trailbike mit vielen Stellschrauben zum Individualisieren

Ein Schlüssel zur Vielseitigkeit sind die Geometrie-Verstellmöglichkeiten. Ein Flip-Chip am Dämpfer erlaubt zwei Einstellungen: high und low. Dazu kommt ein zweites System am Steuerlager, mit dem sich der Lenkwinkel in drei Stufen einstellen lässt: steep, neutral und slack. Das ergibt eine Spanne von 63,5 bis 65 Grad beim Lenkwinkel. Der Sitzwinkel bewegt sich zwischen 76,5 und 78,5 Grad. Der Reach liegt zwischen 476 und 487 Millimetern. Das System funktioniert einfach und schnell. Biker, die sich gerne mit dem Setup ihres MTBs beschäftigen, werden die vielen Möglichkeiten zum Feinjustieren zu schätzen wissen. Das neue Orbea Occam bietet so ab Werk viel Spielraum, um das Trailbike entsprechend der eigenen Vorlieben, dem Terrain und dem Fahrstil anzupassen.

Solide Komponenten mit cleveren Details am neuen Orbea Occam LT

Die XT M8100-Schaltung von Shimano arbeitet präzise und zuverlässig in Kombination mit der Turbine Kurbel von Race Face. Eine sichere Bank sind auch die Bremsen. Die Shimano-XT-8220-Stopper mit vier Kolben packen im Downhill kräftig zu. Die Züge laufen durch den Steuersatz in den Rahmen. Das sorgt für einen aufgeräumten Look.

Die Maxxis Assegai Reifen in 2,5 Zoll bieten guten Grip dank 3C MaxxGrip Compound und EXO+ Karkasse. Darüber hinaus bietet das Staufach im Unterrohr ausreichend Platz für die nötigsten Werkzeuge und Snacks. Clever: das im Hinterbaulager versteckte Mini-Tool.

Der massive Kettenstrebenschutz funktioniert zuverlässig. Das ist auch nötig, denn die Kette läuft im schwersten Gang sehr knapp über der Kettenstrebe. Der Umgang mit dem Flaschenhalter erforderte im Bike-Test etwas Gewöhnung. Er lässt sich nur von der Seite bedienen. Noch Wünsche? Mit Orbeas MyO-Konfigurator lässt sich das Bike individuell konfigurieren – von der Farbgebung bis zu einzelnen Komponenten. Somit kannst du das Design und Fahrwerk von deinem Mountainbike bereits von vornherein an deine Bedürfnisse auf den Trails anpassen.

Orbea Occam LT M10 im Test
Orbea Occam LT M10 im Test
Orbea Occam LT M10 im Test

Ein konzentrisches Umlenksystem am Hinterbau sorgt für ein linear-progressives Ansprechverhalten. Die Ketten- strebe ist mit einem markanten Protektor gut geschützt. Der ist auf den kleinsten Ritzeln auch dringend nötig. 

Orbea Occam LT M10 im Test
Orbea Occam LT M10 im Test
Orbea Occam LT M10 im Test

Im Hinterbaulager haben die Orbea Konstrukteure ein Minitool versteckt. 

Das Orbea Occam LT M10 im Test: ein Allrounder für alle Trails?

Das neue Orbea Occam LT verspricht im Test vor allem Vielseitigkeit. Schaut man lediglich auf die Ausstattung und Geometriedaten, würde man es wohl als potentes Trailbike einordnen. Allerdings zeigen die Basken deutlich, dass das Denken in Mountainbike-Kategorien heutzutage kaum noch möglich ist.

Starker Kletterer – So schlägt sich das Occam LT bergauf

Bergauf zeigt das Occam LT seine Stärken. «Für ein Bike mit so viel Federweg klettert es extrem gut», fasst Tester Nico seine Eindrücke zusammen. Auch das Gewicht von 14,4 Kilogramm (Grösse L) liegt im Rahmen. Der Float-X-Dämpfer von Fox lässt sich nicht komplett sperren, arbeitet aber effizient, ohne dass das Fahrwerk störend zu wippen beginnt. Die Position auf dem Bike wirkt relativ gestreckt für ein Mountainbike mit Enduro-Genen. So kann man gut Druck aufs Vorderrad geben und das Bike in steilen Rampen kontrolliert am Boden halten. Zudem sitzt man pedalier- und vortriebsfreundlich im Sattel.

Abfahrtsperformance des Trailbikes im Test – Stabilität & Kontrolle

Auch im Downhill vermittelt das Occam LT Vertrauen. Man fühlt sich auf Anhieb wohl. Die Sitzposition ist bergab etwas frontlastig. Doch dank des flachen Lenkwinkels vermittelt das Bike auch bei steilen Abfahrten genügend Sicherheit. Die 36 Float Factory-Federgabel von Fox bietet mit 160 Millimeter viele Reserven und harmoniert gut mit dem Hinterbau. Das Fahrwerk spricht feinfühlig an und schluckt auch gröbere Schläge souverän. Ein Lenker mit mehr Rise würde die Abfahrtsqualitäten noch verbessern, merkten die BORN-Tester an.

Orbea Occam LT M10 im Test
Orbea Occam LT M10 im Test
Orbea Occam LT M10 im Test

Linkshänder im Vorteil: Der Zugriff zum Flaschenhalter ist wegen der Rahmenstrebe rechts nur von der linken Seite möglich. 

Orbea Occam LT M10 im Test
Orbea Occam LT M10 im Test
Orbea Occam LT M10 im Test

Die Fox 36 Float Factory Gabel mit Kashima-Coating spricht fein an und bietet satte 160 Millimeter Federweg. 

Fazit: So schlägt sich das Orbea Occam LT M10 im Testfeld

«Ich habe mich auf dem Occam LT auf Anhieb wohl gefühlt. Das Bike klettert für mein Empfinden extrem gut. Man hat immer Druck am Vorderrad, was es erleichtert, das Rad in knackigen und technisch anspruchsvollen Passagen am Boden zu halten. Sehr zupackend sind die Vierkolben-XT-Bremsen von Shimano. Sie vermitteln viel Sicherheit. Ein Lenker mit Rise würde die Abfahrtsqualitäten für Enduro-Einsätze vermutlich noch verbessern.», zieht Tester Nico Aust sein Resümee. Wer stattdessen auf der Suche nach einem Bike mit ausgeprägten Down-Country-Charakter ist, sollte einen Blick auf das Ibis Ripley GX werfen. Als Mountainbike mit ähnlichen Eigenschaften ist zudem das S-Works Stumpjumper 15 Evo zu nennen, welches ebenfalls in unserem Bike-Test 2026 vertreten war und ähnliche Qualitäten bewiesen hat. 

Vorteile

  • Vielseitiger Trail- und Enduro-Allrounder
  • Effizient beim Klettern trotz viel Federweg
  • Feinfühliges Fahrwerk (Fox 36 & Float X)
  • Hochwertige Shimano XT 12-fach Schaltung & Bremsen
  • Verstellbare Geometrie (Flip-Chip, Steuerlager)
  • Carbon-Rahmen, leicht & robust
  • Clever integrierte Tools & Staufach

Nachteile

  • Sitzposition bergab leicht frontlastig
  • Lenker-Rise könnte Abfahrtsqualitäten verbessern
  • Flaschenhalter nur von linker Seite zugänglich
     
Spezifikationen
Preis

5699 CHF

Grössen

S – XL

Material

Carbon

Federgabel

Fox 36 Float Factory, Grip X, 160 mm 

Dämpfer

Fox Float X Factory, Evol, 210 x 55 mm 

Schaltung

Shimano XT M8100, 12-fach

Schalthebel

Shimano XT M8100

Kurbel

Race Face Turbine, 32T

Bremsen

Shimano XT, 4-Kolben

Laufräder

Oquo Mountain Control MC32 Team 

Reifen

Maxxis Assegai, 29 x 2.5, MaxxGrip, Exo+ 

Lenker

OC Mountain Control MC10 Carbon, 800 mm 

Vorbau

OC Mountain Control MC11, Alu

Stütze

OC Mountain Control, Dropper

Sattel

Ergon SM Enduro 

Website

orbea.com

Geometrie & Daten

(Grösse L)

1 Lenkwinkel

65° 

2 Sitzwinkel

78.5° 

3 Sitzstrebenlänge

440 mm 

4 Radstand

1263 mm 

5 Tretlager Höhe

352 mm 

6 Sitzstrebe

430 mm 

7 Oberrohr (horiz.)

625 mm 

8 Steuerrohr

110 mm 

9 Reach

487 mm 

10 Stack

636 mm 

Federweg vorn

160 mm

Federweg hinten

150 mm

Gewicht

k. A.

Häufig gestellte Fragen zum Orbea Occam LT M10

Was ist das Besondere am Orbea Occam LT M10?

Das Bike kombiniert Trail-Agilität mit Enduro-Reserven und konnte die BORN-Tester in Finale Ligure als vielseitiger Allrounder für unterschiedlichstes Gelände überzeugen. Für lange Touren ist es genauso geeignet wie für technische Abfahrten.

Wie viel Federweg bietet das Orbea Occam LT M10?

Das Modell verfügt über 160 mm Federweg vorne und 150 mm hinten, wodurch es auch in ruppigem Gelände souverän bleibt. Der kleinere Bruder des Occam LT hingegen, das SL, bietet 140 mm Federweg und spricht damit eher Biker an, die lange Tage auf dem Sattel geplant haben.

Welche Geometrie-Features bietet das Orbea Occam LT?

Das Orbea Occam LT bietet viele Möglichkeiten zur Feinabstimmung. Über einen Flip-Chip kannst du zwischen einer High- und Low-Position wählen, wodurch sich Tretlagerhöhe und Fahrverhalten (agiler vs. laufruhiger) verändern. Zusätzlich lässt sich über den Steuersatz der Lenkwinkel in drei Stufen (steep, neutral, slack) anpassen. Insgesamt ergibt sich so ein Lenkwinkelbereich von ca. 63,5° bis 65°. Auch der Sitzwinkel (ca. 76,5°–78,5°) und der Reach variieren leicht je nach Setup. 

Vergleich mit anderen Modellen

Modell Saison Preis Gewicht
Orbea Occam LT M10 im Test Aktuelles Produkt 2026 5'699.00 CHF
Bulls Wild Creed Team im Test 2026 5'499.00 CHF 15.200 g Zum Test
Trek Fuel+ EX 9.8 Di2 im Test 2026 8'999.00 CHF Zum Test
Superior XF 9.9 Team im Test 2026 8'999.00 CHF Zum Test
Specialized S-Works Stumpjumper 15 Evo im Test 2026 12'499.00 CHF Zum Test
Rocky Mountain Instinct Powerplay SL Carbon 50 2025 8'599.00 CHF 20.000 g Zum Test
Superior XF 9.6 DC 2025 4'899.00 CHF 12.200 g Zum Test
Bulls Wild Edge Team 2025 6'999.00 CHF 10.900 g Zum Test

Technische Daten

Produktbezeichnung
Orbea Occam LT M10
Saison
2026
Preis
5'699.00 CHF
Produktkategorien
Trail-Bikes
Hersteller
Orbea
Aktivitäten
Biken

Produktbilder und Detailaufnahmen

  • Orbea Occam LT M10 im Test
    Orbea Occam LT M10 im Test
    Orbea Occam LT M10 im Test
Text: Christian Penning & Ole Kliem
Fotos: Christian Penning

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