Getestet

Im Test: Mammut Barryvox S

  1. Mammut Barryvox S
Datum: 29.12.2024

Bewertung im Überblick

Bedienelemente/Tragesystem (9) Benutzer-Interface (9) Signalsuche/Reichweite (8) Grobsuche (9) Feinsuche (9) Sucheffizienz ein Verschütteter (9) Sucheffizienz mehrere Verschüttete (8) Markierfunktion (9) Gewicht/Grösse (8) Störresistenz (9)
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Praxistest & Erfahrungen

Das Mammut Barryvox S ist ein digitales LVS-Gerät mit drei Antennen, das sowohl im digitalen als auch analogen Modus genutzt werden kann. Es kommt in einem kompakten Gehäuse und liegt gut in der Hand. In das robuste Kunststoffgehäuse ist eine Gummierung eingelassen, die effektiv verhindert, dass das Gerät aus der Hand rutscht. Die mitgelieferte Sicherungskordel wird an einem eingelassenen Loop befestigt. Das Holster ist einfach einstellbar und bietet einen hohen Tragekomfort.

Bedienung

Das Gerät wird durch einen Schieberegler eingeschaltet, der auch mit Handschuhen gut bedienbar ist. Im Schieberegler kann sich kein Schnee festsetzen, sollte einem das Gerät bei der Suche einmal aus der Hand und in den Schnee fallen. Das Gerät kann einhändig eingeschaltet (auf Senden) werden. Um von Senden auf Suchen umzustellen, muss gleichzeitig der Sicherungsknopf gedrückt werden. Das normkonforme Umstellen von Suchen auf Senden ist sehr einfach, indem der minimal aus dem Gerätegehäuse ragende Schieberegler mit dem Handballen zurückgeschoben wird. Der Markierknopf ist gut sichtbar und kann auch mit Handschuhen problemlos bedient werden. Das Gerät verfügt über einen Bewegungssensor und eine automatische Sendeumschaltung - bewegt sich ein Suchender während vier Minuten nicht, wechselt das Gerät automatisch in den Sende- Modus, weil es von einer Nachverschüttung ausgeht.

Display & Nutzerführung

Das Display mit Hintergrundbeleuchtung ist genügend gross und kann auch bei intensiver Sonneneinstrahlung oder mit polarisierten Brillen gut gelesen werden. Die visuelle und akkustische Nutzerführung ist logisch und sinnvoll. Die entsprechenden Symbole sind grosszügig dimensioniert und gut erkennbar. Das gilt insbesondere für die Anzeige der Distanz, Richtung und Anzahl der Verschütteten Personen. Auch einmal markierte Personen sind gut als solche erkennbar. Das Gerät kann bis drei Verschüttete gleichzeitig anzeigen, was bei einer Mehrfachverschüttung sehr hilfreich ist. Das Gerät verfügt über eine gut funktionierende Gruppentestfunktion mit der die Übertragungsfrequenz und ‑ebene der Geräte schnell und einfach überprüft werden kann. Das Gerät führt jeweils einen automatischen Selbst- und Funktionstest durch.

Such-Performance

Das Barryvox S arbeitet mit einer Suchstreifenbreite von 100 Metern im Analogmodus, 70 Meter sind es im Digitalmodus. Die akkustische Benutzerführung erlaubt es dem Suchenden das Lawinenfeld optisch abzusuchen. Im Feldtest konnte das Gerät bei einer simulierten Einfachverschüttung im analogen Such-Modus (und mit ausgeschaltetem Bildschirm) in einer Distanz von 94 Metern ein Erstsignal auf der X-Achse empfangen (Y-Achse: 48 m, Z-Achse: 26 m). Für ein stabiles Signal mussten sich die Tester dem sendenden Gerät auf der X-Achse bis auf 59 Metern annähern (Y-Achse: 46 m, Z-Achse: 26 m). Das Mammut Barryvox S verfügt über eine direktionale Tonführung. D.h. bei einer Distanzanzeige von < 10 Metern ändert der Piepston, ein weiteres Mal bei einer Distanzanzeige von < 3 Metern im Übergang zur Feinsuche, die sich dynamisch der Verschüttungstiefe anpasst. Hat man sich in der Feinsuche dem Verschütteten maximal angenähert, fordert das Gerät mit einem entsprechenden akkustischen und optischen Hinweis zum Sondieren auf. Beim 180°-Fehler verhindert das Gerät ab vier Metern durch ein optisches und akkustisches Signal, dass man sich in die falsche Richtung bewegt. Bei einer Verschüttungstiefe von fünf Metern betrug im Test die absolute Abweichung in der Anzeige beim liegenden Gerät ein Meter, beim stehenden Gerät 0.2 Meter.

Im einfachen Test-Szenario einer Mehrfachverschüttung (3 Verschüttete, 2 neue kurz getaktete LVS-Geräte, 1 altes lang getaktetes Gerät, 2 Geräte innerhalb 3 Meter, eine weiteres in 30 Meter Distanz) wurden der Verschüttete 1 innerhalb von 4, der Verschüttete 2 innerhalb von 5 und der Verschüttete 3 innerhalb von 8 Sekunden angezeigt. Es gab keinen zwischenzeitlichen Verlust eines Verschütteten auf der Verschüttetenliste und auch die Markierfunktion funktionierte tadellos. Innerhalb von 2 Minuten waren alle drei Verschütteten geortet und markiert.

Im anspruchsvollen Szenario einer Mehrfachverschüttung (4 Verschüttete, 2 neue kurz getaktete LVS-Geräte, 2 alte lang getaktete Geräte, 2 Geräte innerhalb 10 Meter, eine weiteres in 30 Meter Distanz) wurden der Verschüttete 1 innerhalb von 5, der Verschüttete 2 innerhalb von 12, die Verschütteten 3 und 4 innerhalb von 40 Sekunden angezeigt. Es gab keinen zwischenzeitlichen Verlust eines Verschütteten auf der Verschüttetenliste und auch die Markierfunktion funktionierte tadellos. Innerhalb von 2:55 Minuten waren alle drei Verschütteten geortet und markiert, ohne dass das Gerät den Suchenden bedeutend fehlgeleitet hätte. Das dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass das Gerät eine sehr effektive Signalanalyse und Signaltrennung vornimmt. Das Gerät führt den Suchenden bei Signalausfällen oder -überlagerungen weiter zum Verschütteten, indem es die empfangenen Signal extrapoliert. Verschüttete können in der Verschüttetenliste ausgewählt, markiert und auch wieder de-markiert werden.

Störanfälligkeit

Das Gerät ist wenig störanfällig und zeigte im Feldtest keine Probleme mit falschen positiven Signalen, die beispielsweise von einem Smartphone/Bildschirm ausgehen. Wurde das sendende Gerät mit einer Aluminiumschaufel abgeschirmt, kam es zu keiner Fehleranzeige. Die Zunahme der Distanzanzeige des suchenden Gerätes in 15 Metern Distanz variierte lediglich von 15 auf 20 Meter. Das Gerät verfügt über eine Warnfunktion, sollte die Send-Funktion bedeutend gestört werden.

Diverses

Das Barryvox S kann auch mit Lithium-Batterien betrieben werden. Das Batteriefach kann einfach und ohne Werkzeug geöffnet und wieder verschlossen werden. Die Auslaufgefahr ist geringer, die Laufzeit länger und die Anfälligkeit bei tiefen Temperaturen geringer. Die Software kann aufdatiert werden.

Vergleich mit anderen Modellen

Modell Saison Preis Gewicht
Mammut Barryvox S Aktuelles Produkt 2024/25 480.00 CHF 205 g
Pieps PRO IPS 2024/25 525.00 CHF 207 g Zum Test
Mammut Barryvox S2 2024/25 500.00 CHF 177 g Zum Test
Arva EVO BT 2024/25 369.00 CHF 206 g Zum Test
Ortovox Diract Voice 2024/25 379.90 CHF 230 g Zum Test

Technische Daten

Produktbezeichnung
Barryvox S
Saison
2024/25
Gewicht
205 g
Preis
480.00 CHF
Herstellungsland
Schweiz
Hersteller-Webseite
www.mammut.com
Produktkategorien
LVS-Geräte
Hersteller
Mammut
Aktivitäten
Freeriden, Skitouren

Produktbilder und Detailaufnahmen

  • Mammut Barryvox S
    Mammut Barryvox S
    Mammut Barryvox S
Text: Outdoor Guide Redaktion

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