Der Blue Ice Firecrest 38 ist ein leichter und kompakter Rucksack, der für Skitouren optimiert ist, aber auch gut als Alpinrucksack im Sommer eingesetzt werden kann (4-Season). Die Fächer und Features sind durchdacht, ermöglichen einfaches Verstauen – trotzdem behält er die Einfachheit eines Toploaders. Geeignet für schnelle Touren, aber genügend gross, sodass auch technisches Material und eine warme Daunenjacke Platz finden.
Design und Material
Optisch bleibt der Firecrest 38 dem Blue-Ice-Ansatz treu: klare Linien, schlanker Korpus, aussen nur so viele Riemen wie nötig. Das Hauptmaterial ist leicht, aber dank einer Karbonatbeschichtung erstaunlich widerstandsfähig und witterungsbeständig (PFC-frei, Bluesign™-zertifiziert). Verarbeitungsqualität und Nahtbild sind auf höchstem Niveau. Da gibt es nichts zu bemängeln. Der Rucksackkörper komprimiert sauber, wenn weniger drin steckt, und der obere Abschluss mit Erweiterungskragen schafft Reserven, wenn am Gipfel doch noch die Daunenjacke oder das Seil eingepackt werden soll. Da die Deckeltasche weitgehend direkt an den Erweiterungskragen des Rucksacks angenäht ist, lässt sich mit diesem Schnitt kaum ein Seil zusätzlich quer über den Rucksack unter der Deckeltasche befestigen. Sie muss im Rucksack verstaut werden. So ist der Rucksack etwas weniger erweiterbar, dafür ist alles sauber verstaut und man bleibt mit dem Seil nicht hängen. Alle Bedienelemente – Schnallen, Haken, Zipper-Pulls – sind durchdacht und hochwertig, teilweise für die Bedienung mit Handschuhen aber relativ klein geraten. Den Rucksack gibt es in zwei Rückenlängen (M/L und S/M) und in zwei Grössen (28 und 38 L). Wir haben die grössere Version getestet – für alpine Unternehmungen mit technischem Material sowie ausreichend Witterungs- und Wärmeschutz sicherlich die optimale Variante. Wer leicht unterwegs ist, für den ist der 28-L-Rucksack auch eine gute Option. Erhältlich ist der Rucksack in Red Clay und Dark Slate (Grau).
Tragekomfort
Der Rücken ist so aufgebaut, dass Schnee kaum anhaftet und Feuchtigkeit nicht in Polster versickert. Im Inneren verbirgt sich ein leichtes Tragegestell aus (herausnehmbarem) Federstahl, welches das Gewicht auch bei voller Zuladung gut auf den leicht gepolsterten Hüftgurt verteilt: Die Polsterung bleibt straff, ohne Druckstellen zu erzeugen. Für diese Rucksackgrösse ist das Tragesystem gut dimensioniert. Beladungen im Bereich von wintertypischen 7 bis 12 Kilogramm liegen im Sweet Spot; darüber bleibt er kontrollierbar, wird aber naturgemäß direkter. Der Blue Ice Firecrest 38 trägt sich körpernah und ist verwindungssteif genug, um bei der Abfahrt nicht zu schaukeln. Auch mit Helm gibt es am oberen Ende keinen unangenehmen Kontakt, und der Rucksack bleibt beim Klettern oder Stapfen eng am Körper, ohne in der Bewegung zu stören.
Funktionalität
Im Tourenalltag punktet der Blue Ice Firecrest 38 mit einem unkomplizierten Hauptfach und praxisnaher Organisation. Die Topöffnung schluckt sperrige Ausrüstung, bei einer voll gefüllten Deckeltasche wird die Topöffnung jedoch etwas eng. Interessant ist der Erweiterungskragen, der zusätzliche Flexibilität schafft. Im Inneren gibt es einfache Fächer für Kleinteile oder das Trinksystem.
Überzeugt haben die Tester die verschiedenen durchdachten Details: Eine Besonderheit ist das innenliegende, gepolsterte Materialfach für Lawinenschaufel und Sonde, welches sich für den Sommer herauslösen lässt. Die Decketalsche hat einen grossen Reissverschluss Seitlich verfügt der Toploader über einen Reissverschluss für besseren Zugriff auf unten liegende Gegenstände, der längs angebracht ist. So ist der Zugriff sehr gut und das Fach ist genügend gross für Kleinmaterial. Es lassen sich zwei Pickel befestigen, die Ski auf der Seite (A-Frame) oder diagonal am Rücken, wobei die obere Schlaufe mit integriertem Haken auch zum einfachen Einhängen des Rucksacks an einem Standplatz eignet. Dieses durchdachte Detail hat uns sehr gut gefallen.
Besonders gefallen hat uns zudem das Seitenfach aus Stretchgewebe (für Handschuhe, Snacks o.ä.). Auch die an den Schulterträgern integrierten Brusttaschen haben uns überzeugt: Eine kleine Trinkflasche (links, Stretchgewebe) und ein Fach für das Smartphone (rechts, mit Reissverschluss) erlauben zusätzliches Verstauen, ohne dass man den Rucksack ausziehen muss.
Der Blue Ice Firecrest ist kompatibel mit einer Helmhalterung, leider wird diese nicht mitgeliefert.
Insgesamt kann die neue Version des Blue Ice Firecrest viele kleine Verbesserungen aufweisen und überzeugt als vielseitig einsetzbarer Alpinrucksack. Er ist somit ein guter Begleiter für anspruchsvolle alpine Unternehmungen unterschiedlichster Art.
Fazit
Der Blue Ice Firecrest 38 ist ein 4-Jahreszeiten-Rucksack für anspruchsvolle alpine Unternehmungen. Er ist sowohl für Skitouren als auch für Hoch- und Klettertouren eine tolle Wahl. Er ist leicht und mit 38 L genügend gross für den Transport von technischer Ausrüstung und ausreichend Bekleidung. Im Tourenalltag punktet der Firecrest 38 mit einem unkomplizierten Hauptfach und praxisnaher Organisation. Die neue Version (Modell 2026/2027) wurde mit viel Liebe zum Detail optimiert und leichter und trotzdem robuster gemacht.
- Produktbezeichnung
- Firecrest 38 L
- Produktkategorien
- Schneesportrucksäcke, Alpin & Kletterrucksäcke
- Hersteller-Webseite
- https://www.blueice.com/
- Gesamtgewicht
- 965g (inkl. abnehmbarem Schaufelfach)
- Herstellungsland
- Vietnam
- Erhältliche Grössen
- S/M und M/L
- Volumen
- 38 L
- Verwendete Materialien
Hochfestes 210d Nylon mit Karbonatbeschichtung, PFC-frei und Bluesign™-zertifiziert, 75% Nylon und 25% Polyester