Getestet

Im Test: Yeti SB 115 T1

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  5. Yeti SB 115 T1
Datum: 30.04.2021

Praxistest & Erfahrungen

Geht man das Thema Downcountry von der abfahrtsorientierten Seite her an, ist das Yeti SB 115 ein Volltreffer. Zumindest auf dem Papier passen die Daten wie die Faust aufs Auge: Die Rahmen mit Switch-Infinity-Link-System sind längst legendär für ihr Downhill-Performance, aber auch für ihre Effizienz beim Treten.  Mit dem SB 115 vollzieht Yeti einen Schwenk im unteren Federwegsbereich – nicht nach dem Motto «weniger ist mehr», sondern unter dem Slogan «lieber ein bisschen mehr». Das SB 115 kommt, wie die Zahl verrät, mit 115 Millimeter Federweg am Hinterbau und löst das SB 100 ersatzlos ab. Damit bekennt sich Yeti eindeutig zu mehr Fahrspass. Dass im gleichen Zuge das Potenzial für Bestzeiten auf XC-Rennstrecken sinkt, scheint Yeti bewusst in Kauf zu nehmen. So waren wir sehr gespannt, wie der US-Kultmarke der Fahreigenschaften-Spagat «Downcountry» auf dem Trail gelingt.
 
Mehr Fahrspass
Wie üblich gibt’s das SB 115 in zwei Carbon-Rahmenversionen: der günstigeren C-Variante und der edlen Turq-Serie. Bei der Turq-Serie kommen hochwertigere, leichte und gleichzeitig sehr steife Carbon-Fasern zum Einsatz. Dennoch zählt das SB 115 mit 13 Kilo nicht zu den Leichtgewichten im Testfeld. Das ist auch den auf gröberen Einsatz orientierten Komponenten geschuldet. Wie sich das Bike damit bergauf schlägt? Erstaunlich gut! Es lässt sich prima auf Zug fahren. Klar, mit Uphill-Sprintern wie dem BMC Fourstroke  LT oder dem Orbea Oiz M Pro TR kann das Yeti nicht mithalten. Doch es entpuppt sich als guter Klettermaxe, der auch vor technischen Uphill-Trails nicht kapituliert. Der Hinterbau arbeitet so ruhig, unauffällig und verlässlich, dass man den Lockout glatt vergisst – solange man nicht im Race-Modus unterwegs ist. Im Antritt freilich kosten die Laufräder mit DT Swiss M1700 Alufelgen und stark profilierten Maxxis-Reifen Körner. 

Eine Macht im Downhill
Doch die Reifenwahl zeigt klar: Das SB 115 mag’s gerne rauer. Im Downhill spielt es seine Qualitäten voll aus. Da kann man’s richtig krachen lassen. Dabei fühlt sich das Fahrwerk nach mehr Federweg an, als es die nackten Daten vermuten lassen. Der Hinterbau macht einen straffen Eindruck, arbeitet aber effektiv und ermöglicht ein hohes Tempo. Sprünge, Felsabsätze, Wurzelpassagen oder auch der eine oder andere Abstecher auf eine flowige Bikepark-Strecke – davon kann das SB 115 nicht genug kriegen. Nur die Gabel konnte bei hochfrequenten Schlägen auf Wurzelteppichen nicht ganz mit dem Top-Hinterbau mithalten. Wird der Untergrund richtig grob, ist allerdings – die XC-Geometrie lässt grüssen – auch irgendwann auf dem SB 115 Schluss mit lustig. Sonst noch Wünsche? Achja, die Shimano XT Vierkolbenstopper mit 180er-Bremsscheiben vorne und hinten packen genauso kräftig zu, wie man es sich von einem trail-orientierten Bike wünscht. In der Summe schafft das SB 115 also den Spagat zwischen XC und DH. Zwar kann man sich abschminken, damit ein XC-Rennen zu gewinnen, aber dafür bekommt man ein vielseitiges und voll auf Fahrspass getrimmtes Gerät.

Switch-Infinity-Hinterbau
Wie funktioniert das Switch-Infinity-Hinterbau-System von Yeti? Am Anfang des Federwegs verschiebt sich der Drehpunkt nach oben, damit der Hinterbau auch groben Hindernissen auf dem Trail ausweichen kann. Der dadurch gewonnene Radstand wirkt den Antriebseinflüssen entgegen und verbessert so den Vortrieb. Befindet sich das Bike jedoch weiter unten im Federweg, senkt sich der Switch-Infinity-Link wieder ab und nutzt so den Federweg voll aus.

SICHERE BANK
Verlass ist auf die Shimano XT Schaltung, wenn es um reibungslose Gangwechsel geht. Die 10-51-Kassette bietet eine hohe Übersetzungsbandbreite. Und dank relativ kleinem 30er-Kettenblatt an der Kurbel sind auch steile Anstiege eine machbare Herausforderung.

FETTER GRIP
Yetis XC-Philosophie: Potente  Bereifung mit grobem Profil sorgen am Yeti SB 115 für jede Menge Grip. Vorne sitzt ein 2.5 Zoll breiter Maxxis Minion DHF, hinten ein Maxxis Aggressor in 2.3 Zoll Breite.
 
SAUBERE LÖSUNG
Ein Gummiprotektor schützt die Federelemente des Infinity-Links vor dem gröbsten Schmutz.
 
SPASS BERGAB 
Nur 115 Millimeter Federweg? Das Fahrwerk des SB 115 ist auf Abfahrtsspass ausgelegt. Der Hinterbau mit Fox Float DPS Dämpfer arbeitet straff, unauffällig – und sehr effektiv.

Zitat von unserem Tester Noah Laschewski, Tester und Marathonfahrer:
«Auch wenn Fahrwerk und Komponenten des Yeti SB 115 eindeutig auf hohe Abfahrts-Performance ausgelegt sind, enttäuscht mich das Bike selbst als Marathonfahrer bergauf nicht. Es ist nicht das leichteste, klettert aber gut, wozu der unauffällig und effektiv arbeitende Hinterbau beiträgt. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, da kannst du bergab richtig Gas geben.»

Fazit

Auch das neueste Carbon-Modell der Kultschmiede steckt voll Freude am Fahren. Das Yeti SB 115 ist ein kletterfreudiger Allrounder und Highlight für Downhill-Passagen.

Vergleich mit anderen Modellen

Modell Saison Preis Gewicht
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Norco Sight A1 2024 5'899.00 CHF Zum Test
Santa Cruz Nomad CC / XO AXS RSV 2024 10'690.00 CHF Zum Test
Thömus Lightrider R3 Worldcup 2024 9'340.00 CHF Zum Test
Specialized Stumpjumper 15 Expert 2024 7'500.00 CHF Zum Test

Technische Daten

Produktbezeichnung
Yeti SB 115 T1
Gewicht
13 g
Preis
7'190.00 CHF
Herstellungsland
Hersteller-Webseite
Federweg vorn
130
Federweg hinten
115
Rahmenmaterial
bike-material-carbon
Federgabel
Fox 34 Factory Fit4 29" 130 mm 44°
Dämpfer
Fox Factory DPS 190 x 45 mm
Schaltung
Shimano XT, 1x12
Bremsen
Shimano XT (180/180 mm)
Kurbel
Shimano XT
Laufräder
DT Swiss XM1700 30 mm
Reifen
v: Maxxis Minion DHF 2.5 Exo h: Maxxis Aggressor 2.3 Exo
Lenker
Yeti Turq Carbon 35, 780 mm
Vorbau
Race Face Aeffect R 35, 50 mm
Sattel
WTB Volt Custom
Produktkategorien
Trail-Bikes
Hersteller
Yeti
Aktivitäten
Biken, Mountainbiken

Produktbilder und Detailaufnahmen

  • Yeti SB 115 T1
    Yeti SB 115 T1
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