Simple & Smart
Was für ein Ausblick! Wer vom Firmengelände der Fritschi AG Swiss Bindings an der Strasse zum Bahnverlad in Kandersteg nach Südosten schaut, sieht das vergletscherte Massiv der Blüemlisalp in den Himmel ragen. Beinahe dreitausend Höhenmeter liegen zwischen Talboden und Gipfel. «Wir haben unser Freiluft-Testgelände zum Glück direkt vor der Nase», sagt Marketingleiter Stefan Burki – und blickt fast etwas zu sehnsüchtig auf die weiss funkelnden Berge. Aber er weiss natürlich: Damit Menschen auf Skitour gehen können, muss es auch jemanden geben, der die Bindungen dafür baut.
Drinnen, in der Montagehalle, ist es mucksmäuschenstill. Flinke Hände fetten Schrauben ein, drehen sie konzentriert in die Fersenbacken. Man kann dabei zuschauen, wie Schritt für Schritt ein hochwertiges Qualitätsprodukt entsteht. «Keine Bindung verlässt das Werk, ohne vorher auf einem speziellen Prüfgerät minuziös auf Sicherheit und Funktion getestet worden zu sein», erklärt Geschäftsführer Stefan Ibach. «Ausserdem werden fast alle Teile aus Hightech-Kunststoffen und erstklassigen Leichtmetallen hierzulande produziert. Die Wertschöpfung erfolgt zu 95 Prozent in der Schweiz.»
Diamir: Der grosse Wurf
Fritschi hatte schwierige Jahre zu überstehen. In der Entwicklungsabteilung liefen die Köpfe heiss. «Unser Anspruch war es, nicht nur ein bekanntes Pin-System zu kopieren, sondern etwas völlig Neuartiges zu schaffen», erklärt Geschäftsführer Ibach, der bereits vor mehr als 20 Jahren zu Fritschi stiess. Ingenieure und Techniker tüftelten an optimalen Lösungen, unterstützt von moderner CAD-Software, 3D-Druckern, einer Werkstatt speziell für den Prototypenbau und einem technischen Labor zur Überprüfung aller Schritte.
Sicherheit bei jedem Schritt
«Während bei herkömmlichen Pin-Bindungen der Schuh am Hinterbacken durch nur zwei Stifte gehalten wird, hat Fritschi hier richtig getüftelt», erklärt Ibach. «Warum? Weil 80 Prozent der Kräfte hinten wirken.» Gleichzeitig arbeite die Tecton 12 so sicher wie eine Alpin-Bindung, denn die Seitwärtsauslösung findet über den Vorderbacken statt – getrennt von der Frontalauslösung im Hinterbacken. Ungewollte Auslösungen wiederum werden mit langen dynamischen Wegen verhindert. Das Ergebnis all dieser Innovationen ist eine maximal sichere Hybrid-Bindung (mit Pin-Vorderbacken und Alpin-Hinterbacken), die auch in schwierigen Abfahrten überzeugt und dennoch nur 550 Gramm pro Einheit wiegt.
Fritschi erfüllt mit dieser kleinen, aber feinen Palette die vielfältigen Wünsche der Zielgruppen. Dabei ist das Sortiment keineswegs statisch. «Der Skitourensport entwickelt sich ständig weiter», betont Ibach. «Um bei dieser Evolution vorne dabei zu sein, müssen wir auf allen Ebenen gut zuhören. Input für Verbesserungen kommt von unseren Kunden, dem eigenen Athleten-Team, Bergführern, Partner-Bergschulen, Vertriebspartnern und nicht zuletzt von unseren Fachhändlern.»
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