- Welcher Brennstoff ist im Tourengebiet verfügbar und wie kann er bei der Anreise dorthin transportiert werden?
- Bei welchen äusseren Bedingungen wird gekocht?
- relevant sind Temperatur, Höhenlage (Sauerstoffgehalt und Druck), Wind
- Wieviel Platz hat man zum Kochen?
- wie wird der Untergrund beschaffen sein?
- Je nach Grösse des Kochers und je nach System sind die Standflächen der Modelle unterschiedlich gross und entsprechend standfest oder wackelig
Einfach bedienbar und russfrei - Gaskocher
Der grosse Vorteil von Gaskochern ist, dass sie einfach zu bedienen, fein zu regulieren und wartungsarm sind. Zudem arbeiten sie sehr sauber. Es entsteht kein Russ und auch der Brennstoff kann nicht auslaufen und das gesamte Gepäck verschmutzen. Zudem ist Gas in den meisten Ländern Europas überall erhältlich.
Bei der Wahl des Gaskochers sollte man allerdings zunächst einen Blick auf die verschiedenen Kartuschen-Systeme werfen. Hier gibt es zwei Varianten: das billigere Einstechventil und das Schraubventil, das im Outdoorsport längst ein Branchenstandard ist. Bei Kartuschen mit Einstechventil muss der Kocher bis zur kompletten Leerung der Kartusche aufgeschraubt bleiben. Kocher, die mit Kartuschen mit Schraubventil funktionieren, können dagegen jederzeit auch bei nicht geleerter Kartusche, abgeschraubt und gesondert verpackt werden, was gerade hinsichtlich Packmass von Relevanz ist. Während es bei den Einstechkartuschen nur eine Grösse (190 Gramm) gibt, stehen bei Schraubkartuschen drei Füllmengen zur Verfügung: 110 Gramm, 230 Gramm und 450 Gramm.
Der Nachteil von Gaskochern ist, dass man die Kartuschen nicht im Flugzeug mitnehmen kann. Sie müssen daher im Zielland im Handel erhältlich sein. Ausserdem wird die Mischung aus Butan, Propan und Isobutan, die sich in flüssiger Form in den Kartuschen befindet, bei sehr niedrigen Temperaturen nicht mehr gasförmig und hat dann eine deutlich reduzierte Leistung. Wer in grösseren Höhen oder bei sehr niedrigen Temperaturen unterwegs ist, sollte daher zu mit Benzin betreibbaren Modellen greifen.
Bei Gaskochern gibt es zwei Systeme: Aufschraubkocher und Dreibein-Kocher, bei denen die Kartusche über einen Schlauch mit dem Kocher verbunden ist. Während Aufschraubkocher unglaublich leicht sind – manche Modelle wiegen weit unter 100 Gramm (ohne Kartusche) – und zusammengeklappt kaum Platz brauchen, haben die Dreibein-Kocher den Vorteil der deutlich höheren Standfestigkeit. Zudem haben sie eine grössere Auflagefläche für Töpfe und Pfannen und erlauben das Anbringen eines Windschutzes.
Temperaturunabhängig und universell - Benzinkocher
Wer sich von Gaskartuschen unabhängig machen möchte und auch bei tiefen Temperaturen auf eine zuverlässige Brennleistung angewiesen ist, sollte sich die erhältlichen Benzin-Kocher etwas genauer anschauen. Diese brennen zuverlässig auch unter schwierigen Bedingungen und der Brennstoff ist weltweit erhältlich. Der Nachteil von vielen Benzinkochern ist, dass man sie durch Vorheizen auf Betriebstemperatur
bringen muss. Zudem sind sie nicht ganz so fein regulierbar, etwas schwerer und relativ geräuschvoll beim Betrieb. Ausserdem sind sie nicht so wartungsarm wie Gaskocher. Mittlerweile gibt es aber auch sehr bedienerfreundliche Benzinkocher, die kein Vorheizen benötigen und beinahe so sauber brennen wie Gaskocher.
Eine sehr praktische Alternative sind sogenannte Multifuel-Kocher. Sie können mit Gas, Benzin, Diesel, Kerosin und Spiritus betrieben werden. Diese «Alleskönner» unter den Outdoorkochern sind prädestiniert für Unternehmungen in entlegene Gebiete und bei schwierigen äusseren Bedingungen. Je nach Modell kann es nötig sein, die Düse vor dem Wechsel auf einen anderen Brennstoff auszuwechseln. Das macht die Anwendung etwas komplizierter. Einige moderne High End Produkte kommen mittlerweile ohne Düsenwechsel aus. Wer lange und in fernen Ländern unterwegs ist und beim Kochen auf Nummer sicher gehen will, kommt an einem Multi-Fuel-Kocher nicht vorbei.
Spirituskocher
Günstiger und überall erhältlicher Brennstoff, kaum Wartung und äusserst geräuscharm: Spirituskocher sind einfach im Handling und auch beim Transport. So ist es kein Problem, den leeren Kocher im Flugzeug mitzunehmen. Allerdings lässt sich die Flamme relativ schlecht justieren. Viele Spirituskocher sind zudem wenig standfest. Grösster Nachteil ist jedoch der tiefere Brennwert im Vergleich zu Gas- oder Benzinkochern. So dauert es ungefähr doppelt so lange, um Wasser zum Kochen zu bringen.
Hobo- oder Esbitkocher
Diese Kocher-Typen bestehen meist aus einem Metallrahmen, in dem kleine Holzstückchen bzw. -Späne (Hobo) oder Esbit (Trockenbrennstoff) verbrannt werden. Beide Kochertypen sind sehr leicht und haben daher in der Leichtgewichtsfraktion ihre Fans. Allerdings lässt sich damit nicht so komfortabel Kochen. Weder ist überall Brennstoff (Holz) vorhanden, noch lässt sich die Flamme irgendwie regulieren. Zudem sind sie Nässe empfindlich. Als absolute Notfallkocher haben sie aber ihre Berechtigung.
Folgende Kocher haben wir getestet.
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