Getestet

Im Test: Ortovox Focus Voice

  1. Ortovox Focus Voice
Datum: 28.09.2026

Ortovox hat mit dem neuen Focus Voice sein LVS-Angebot weiter verbessert. Insbesondere die Anleitungen mittels Stimme überzeugen und machen die Benutzung einfach. Auch bezüglich Sende- und Empfangsleistung wurde das Gerät verbessert. Mit der Neuausgabe gibt es auch gleich zwei Versionen: Das Focus Voice und das Focus Voice Pro. Letzteres ist bzgl. den Bauteilen und Suchstreifenbreite gleich wie das normale Modell, verfügt aber über einige zusätzliche Features für Profis.

Praxistest & Erfahrungen

Eigenschaften

Wer bereits Lawinenverschüttetensuchgeräte kennt, benötigt beim neuen Ortovox Focus Voice eigentlich keine Anleitung für die Benutzung (ein Blick hinein ist natürlich trotzdem immer gut). Der grosse orange Kipphebel und der darunterliegende Knopf machen intuitiv klar, wie man das Gerät einstellt und zwischen Senden und Suchen wechselt. Danach erklärt einem die mit der neuen Version weiter vereinfachte Sprachführung und die sehr deutliche, kontrastreiche Darstellung auf dem Display (MIP-Display: 2,7", 400 × 240 Pixel), wie man vorzugehen hat. Für das Bestätigen von weiteren Funktionen hat es vorne eine orange Taste (z.B. für das Markieren von Treffern bei der Suche von Mehrfachverschüttungen). Einfacher geht es fast nicht. Das Gerät wird mit einer Schlaufe geliefert und so einfach mit dem bequemen Tragegurt verbunden. Auch hier zeigt sich, dass sich Ortovox viele Gedanken zur Usability gemacht hat. Der Klettverschluss ist bequem verschliessbar und im Notfall kann das Gerät einfach herausgezogen werden. Ergänzend zum LVS gibt es eine App fürs Mobile (Android und iOS), über welche Software Updates, Settings und Personalisierungen eingestellt werden können.

Bedienung und Suche

Das Umstellen auf die Suche erfolgt mittels Umschaltung des grossen Kipphebels. Danach führt die Stimme klar und einfach durch den Suchprozess, von der Grobsuche bis in die Feinortung. Auch die Anzahl der identifizierten Verschütteten wird angezeigt. Die Suchstreifenbreite ist mit 80 m für ein solch kompaktes Gerät sehr gut. Mit anderen Ortovox Geräten neuerer Bauweise erhöht sich diese sogar auf 90 m (Smart Antenna Technologie). Für optimierte Suchresultate kontrolliert die Smart Antenna Technologie die Lage des verschütteten Gerätes im Lawinenkegel und schaltet automatisch auf die beste Sendeantenne. Ergebnis sind eine deutlich grössere effektive Reichweite in der Suche und eine höhere Wahrscheinlichkeit, beim ersten Suchgang gefunden zu werden. Zudem passt die Interference Protection die Sende‑ und Suchfunktion automatisch an elektronische Störquellen an und stabilisiert so Übertragung und Empfang. Bei den Tests hatte die Suche einen sehr guten, stabilen Eindruck hinterlassen – es traten kaum Störungen oder abrupte Richtungswechsel auf, wie sie bei älteren Geräten teilweise vorkommen und den Stress in einer Notsituation erhöhen. Bei der Suche können bei Mehrfachverschüttungen bis vier Personen ausgewiesen werden. 

Sehr positiv sind den Testern die Warnhinweise bei Störungen durch andere naheliegende digitale Geräte aufgefallen. Es gibt einen klaren Sprachhinweis, zusätzlich wird die Störung auch auf dem Display dargestellt. Im Zuge des immer häufigeren Einsatzes von verschiedenen digitalen Geräten – hier sind neben dem Mobile auch Smartphones oder elektronische Lawinenairbags hinzuzuzählen – sind diese Optimierungen heute immer wichtiger geworden. Gefreut hat uns auch, dass mit der Tragetasche auch gleich ein Recco-Reflektor verbaut wurde. Für die Suche beim Freeriden oder allgemein für die organisierte Suche ist dies ein zusätzlicher Vorteil.

Das Ortovox Voice Pro bietet für die Suche noch einige zusätzliche Features, wie die Möglichkeit zur analogen Audioausgabe oder manuellen Reichweitenreduktion.

Diverses

Anders als andere Hersteller setzt Ortovox auf einen fest eingebauten Akku anstelle von Batterien, die  gewechselt werden müssen. Dies entschärft das alte Problem mit ausgelaufenen Batterien, welcheman über den Sommer vergessen hatte und die LVS-Geräte teilweise zerstörten. Die Akkudauer reicht locker für den Einsatz während einer Tourenwoche, auch bei sehr tiefen Temperaturen. Natürlich lässt sich der Akku bei jeder Gelegenheit via USB-C-Kabel laden. Die Sprachnavigation ist in mehreren Sprachen verfügbar (u. a. DE, EN, FR, IT, ES, NOR, SV, CZ, NL). Das neue Gerät ist im Vergleich zum Vorgänger mit 185 g etwas leichter geworden (Ortovox Diract Voice: 210g). Es ist damit nicht das leichteste Gerät im Markt, kann aber mit seiner einfachen Bedienung, der überzeugenden akustischen Anleitung und dem lichtstarken Display punkten. Der Funktionsumfang ist umfassend, so ist auch z.B. die automatische Umstellung bei allfälligen Nachlawinen oder der Gruppen-Check-Funktion bei der Funktionskontrolle zu Beginn einer Tour vorhanden.  

Fazit

Das Ortovox überzeugt dank einfacher Sprachnavigation und einem übersichtlichen Display – dies macht die Bedienung und insbesondere die Suche in Stresssituationen einfach. Die neue Version des LVS von Ortovox wurde im Verhältnis zu den Vorgängern auch bezüglich Suchstreifenbreite (80 m) und dem Schutz gegen Störungen optimiert. Damit gehört es zu den suchstärksten Geräten, ist aber dennoch kompakt. Es eignet sich sowohl für Anfänger als auch erfahrene Alpinisten. Für den professionellen Einsatz gibt es das Voice Pro mit zusätzlichen Funktionen.  

Vergleich mit anderen Modellen

Modell Saison Preis Gewicht
Ortovox Focus Voice Aktuelles Produkt 2026/27 389.90 CHF 190 g
Pieps Mini IPS 2025/26 375.00 CHF 158 g Zum Test

Technische Daten

Produktbezeichnung
Focus Voice
Saison
2026/27
Gewicht
190 g
Preis
389.90 CHF
Hersteller-Webseite
ortovox.com
Verwendete Materialien

Kunststoff, MIP-Display, Lithium-Ionen Batterie

Produktkategorien
Lawinenausrüstung
Hersteller
Ortovox
Aktivitäten
Freeriden, Schneeschuhwandern, Skitouren, Splitboarden

Produktbilder und Detailaufnahmen

  • Ortovox Focus Voice
    Ortovox Focus Voice
    Ortovox Focus Voice
    © Christian Denzler
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    Ortovox Focus Voice
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