Auf den Spuren der Bestie

Val Ferret / VS

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Datum: 15.04.2014
Das Val Ferret geniesst in der Schweiz nur wenig Aufmerksamkeit. Hand aufs Herz – wer könnte seinen Finger auf der topographischen Landeskarte auf Anhieb am richtigen Ort platzieren? Das wilde Tal in der südwestlichen Ecke des Wallis war letztmals Mitte der 90er-Jahre in den Schlagzeilen, als «la bête du Val Ferret» ihr Unwesen trieb. Die Bestie – vermutlich ein Wolf – hatte allein zwischen Juli und Dezember 1995 108 Schafe getötet. Es war das erste mal in Jahrzehnten, dass ein Raubtier aus den Wolfsbeständen des französischen Mercantour und Norditalien in die Schweiz zugewandert war. Heute herrscht wieder Ruhe. Nicht nur bei den Schafsbesitzern. Das Val Ferret ist in Sachen Tourismus nicht überlaufen. Und wenn, dann nur im wortwörtlichen Sinne – die zahlreichen Wanderer übernachten meist in La Fouly, wenn sie in mehreren Tagen zu Fuss das Mont Blanc-Massiv umrunden. Immer öfter starten auch Mountainbiker zur grossen Umrundung des Eisriesen. Wem dafür die Zeit fehlt, der gönnt sich wenigstens die «Königsetappe» zum Grand Col Ferret. Der Pass hat das Zeug, zur Alpe d’Huez der Mountainbiker zu werden. Kehren hat er zwar nur wenige zu bieten, aber wer oben ankommt, muss sich gleichwohl wie ein Sieger fühlen. Die Prachtberge Aiguille de Triolet und Mont Dolent «kratzen» an den Viertausend, die Pointe Walker der Grandes Jorasses erhebt sich gar bis 4208 Meter. Die Aussicht allein reicht allerdings nicht, um von Mountainbikern geadelt zu werden. Dafür braucht es genau die perfekt planierten Singletrails, wie man sie beidseits der Passhöhe vorfindet. Sie bieten die ideale Balance zwischen fahrtechnischen und physischen Anforderungen und dem nötigen Fahrfluss. Und das erst noch im Doppelpack – sowohl vom Grand Col Ferret als auch vom Petit Col Ferret führen Singletrails auf direktem Weg zurück nach La Fouly.
Toureninfo
Länge
18,60 km
Höhenmeter
1.050 hm 1.050 hm 
Dauer
03:30 h
Technik
3
Ausdauer
3

Weitere Bilder

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Text: Jürg Buschor

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