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Marker Kingpin 13

Marker Kingpin 13
Text: Christian Penning | Datum: 08.01.2021
Marker Kingpin 13
Marker

490 € | 679 CHF

Auf die Marker Kingpin 13 zählt zu den Zwitterwesen unter den Tourenbindungen. Vorne wird der Schuh mit zwei Pins fixiert. Hinten arbeitet ein drehbarer Alpin-Hinterbacken. Der sehr steife Vorderbacken reduziert die Fähigkeit der Bindung, seitliche Stöße dynamisch abzufedern. Die Laborwerte liegen im Vergleich zu den anderen getesteten Bindungen im Mittelfeld. Einen besonders hohen Schutz vor Fehlauslösung bei seitlichen Stößen bietet die Bindung also trotz des Hinterbackens, der viel Dynamik beim Abfedern von Schlägen und Vibrationen zulässt, nicht. Die Auslösewerte der Drehauslösung liegen gerade bei kleinen und mittleren Z-Werten über den im Sichtfenster eingestellten Werten. Bei der Vertikalauslösung treten deutliche Streuungen der Auslösewerte auf. Den Drehsturztest in Vorlage meistert die Kingpin bravourös. In Rücklage sind die Auslösewerte etwas erhöht (17,2 %), aber im Rahmen der Norm.

Im Aufstiegsmodus bietet der Pin-Vorderbacken eine sehr hohe Steifigkeit und damit auch eine hohe Stabilität beim Aufkanten in steilem, harschigem Gelände. Bei der Verwindungssteifigkeit in der Abfahrt liefert die Kingpin den besten Wert. Fahrtechnisch gute Fahrer, die den Ski exakt und mit Kraft auf der Kante führen wollen, wissen das zu schätzen. Allerdings wird die Bindung dadurch auch weniger fehlerverzeihend. Sie reagiert direkt und gibt spürbar Vibrationen an den Schuh und die Beine des Fahrers weiter. Das Fahrgefühl ist entsprechend härter und direkter. Der Einstieg funktioniert mit etwas Konzentration gut, die Bindung schnappt schnell und präzise zu. Die Bedienung der Steighilfen ist mit dem Stock sehr einfach. Die am Hinterbacken montierten Steighilfen klappen sehr leichtgängig um. Die Montage der Steigeisen (Dynafit-System) erfordert gerade im Neuzustand etwas Nachdruck beim Einschieben in die Aufnahme, hat sich aber bewährt. Mit 772 Gramm ist die Kingpin etwas schwerer als klassische Pin-Bindungen, bietet aber eine Menge Abfahrtsperformance. Vorteil gegenüber Rahmenbindungen: Der deutlich tiefere Schwerpunkt erlaubt ein direkteres Skigefühl.

Das ergab der Labortest
- Die Abweichungen vom Z-Wert im Sichtfenster zum tatsächlichen Auslösewert bei Drehsturz lagen leicht überhalb des Toleranzbereichs von +/- 15 % – je tiefer der Z-Wert, desto stärker.
- Die Abweichung vom maschinell eingestellten Z-Wert lagen sowohl für Vorlage- als auch für Rücklagesturz innerhalb des Toleranzbereichs von 25% bzw. 35%.
- Die maximale Abweichung vom maschinell eingestellten Z-Wert (8,5) beim Drehsturz innerhalb von 25 Auslösungen lag  für die Drehstürze innerhalb des Toleranzbereichs, beim Vertikalsturz leicht ausserhalb des Toleranzbereichs.
- Die benötigte Energie („Schlag/Stoß“) für eine (Fehl-)Auslösung lag leicht unter dem erwünschten Bereich zwischen 4,5 und 45 Joule.

Fazit

Die enorm steife Hybridbindung mit Alpin-Fersenbacken richtet sich vor allem an Tourengeher, die mit breiten Ski nach maximalem Abfahrtsspass suchen.

Stärken

+ sehr direkte Abfahrtsperformance
+ hohe Steifigkeit
+ gutes Aufkanten im Aufstieg

Schwächen

– Erhöhte Auslösekräfte bei niedrigen Z-Wert-Einstellungen
– etwas erhöhter Kraftaufwand 
Produktdaten

Kingpin 13

www.marker.net

772 g ((mit Schrauben und Stopper))

35 mm

75-100, 100-125

2,5°, 9°, 14°

6-13

nur über Heckteil

Bewertung

Freetouring | 90 %
100%
Allroundtouren | 80 %
100%