Fotos: Thomas Werz
Hier geht es direkt zu den getesteten Splitboards.
Die Splitboard-Modelle 2022: Zügig bergauf und Surf-Feeling bergab
Zum Glück sind diese Zeiten längst vorbei. Und spätestens seit Freeride-Ikonen wie Jeremy Jones, Xavier de le Rue oder Bryan Iguchi «by fair means» anstatt mit dem Helikopter die weissen Weiten Alaskas, Kamtschatkas oder Svalbards erkunden, werden Splitboards auch für die Snowboard-Hersteller in einem schrumpfenden Markt zu immer wichtigeren Modelle. Die Pandemie und die geschlossenen Skigebiete in Deutschland, Österreich oder auch in Frankreich haben dieses Wachstum im vergangenen Winter noch einmal beflügelt. Grund genug für den Outdoor Guide, nach einer längeren Abstinenz wieder einmal einen Splitboard-Test in Angriff zu nehmen. So viel sei verraten: Mit den aktuellen Modellen der Saison 2021/22 kommt man grossteils nicht nur zügig bergauf, sondern surft teils mit ordentlich Zug auf der Kante oder auch sehr verspielt bergab.
Unterschiede bei Material und Shape – Einheit beim Profil
Hintertux – top Touren- und Freeride-Möglichkeiten
Während des Tests war die Testcrew im Hotel Neuhintertux in Hintertux untergebracht.
Angebote und Infos zum Hotel Neuhintertux
Weitere Infos zur Tourismusregion Tux-Finkenberg
Camber / Hyprid Camber
Ein Camber Profil ist zwischen den Bindungen positiv vorgespannt. Es bietet einen besseren Kantenhalt und eine direktere Kraftübertragung und Pop. Der Hyprid Camber ist ausserhalb der Bindungen in Richtung Nose und Tail gerockert.
Powder Rocker
Unterschiedlich stark ausgeprägter Camber zwischen den Bindungen oder im Bereich der hinteren Bindung. Dazu kommt ein lang gezogener Rocker von der Nose bis zur vorderen Bindung. Das verschafft dem Board einen massiven Auftrieb und ein leichtes Handling im Tiefschnee.
Directional Twin
Ein Board mit Directional Twin Shape ist zwar symmetrisch, Profil und der Flex sind aber so abgestimmt, dass das Board eine bevorzugte Fahrrichtung hat. Directional Twins funktionieren in unterschiedlichem Gelände von Park bis Powder.
Directional
Directional Shapes sind klassische Shapes, die eine klar definierte Fahrtrichtung haben. Die Bindungsposition hat einen mehr oder weniger ausgeprägten Setback, so hat das Brett eine längere Nose. Dieser Shape generiert mehr Auftrieb im Tiefschnee und sprgt für mehr Stabilität beim Carven.
Tapered
Ein Tapered Shape bezeichnet eine Form, bei dem die Nose breiter ist als das Tail und sich das Board über die Länge verjüngt. Bei Freeride-Boards sorgt dieser Shape für einen besseren Auftrieb und verbesserte Gleiteigenschaften im Powder.
Flex
Das Biegeverhalten des Snowboards entlang der Längsachse. Der Flex bestimmt zusammen mit der Taillierung den Kurvenradius und auch den Kraftaufwand, der nötig ist, um eine Kurve einzuleiten und das Board zu steuern.
Torsion
Die Torsion beschreibt die Verwindungssteifigkeit des Snowboards um die Längsachse. Vom Zentrum des Boards (zwischen den Bindungen) verdrehen sich Nose und Tail in die gleiche Richtung. Eine hohe Torsionssteifigkeit verstärkt den Kantengriff, macht das Board aber auch weniger fehlerverzeihend. Das erfordert eine aktivere, technisch saubere und exakte Fahrweise.
Welches Board für welchen Fahrertyp?
Die Outdoor Guide Testcrew
SCHNEE
Powder (unverspurt): die Idealform des Schnees abseits der Pisten: unberührter, lockerer Pulverschnee
Weicher Schnee: weiche Piste; Off-Piste: Sulz, Firn, nasser Neuschnee, verspurter Schnee
Harter Schnee: harte Piste; Harsch; eisige Verhältnisse; harter Altschnee; windgepresster Schnee
10 = perfekt geeignet
0 = nicht geeignet
FAHREIGENSCHAFTEN
Wendigkeit:
Ist die Schwungeinleitung leicht oder braucht es eine aktive Fahrweise und viel Kraftaufwand, um das Board umzukanten? Lassen sich auch kleine Schwungradien problemlos fahren? Wie reagiert das Board beim Wechsel von langen zu kurzen Radien? Lassen sich die Radien schnell und dynamisch wechseln oder fährt es eher statisch seinen Radius?
10 = sehr wendig, dynamisch, variabel in den Schwungradien
0 = sehr geringe Wendigkeit, fast nur grosse Schwungradien, wenig Dynamik
Laufruhe:
Je höher das Tempo, desto wichtiger ist die Laufruhe. Dabei ist Laufruhe nicht mit mangelnder Wendigkeit zu verwechseln. Hohe Laufruhe bedeutet, dass das Board auch bei hohem Tempo ruhig liegt, die Schaufel nicht schlägt oder «flattert» und das Board ein sicheres Fahrgefühl vermittelt. Auch ein sehr laufruhiges Snowboard kann wendig sein.
10 = sehr hohe Laufruhe, sicheres Fahrgefühl auch bei hohem Tempo
0 = sehr geringe Laufruhe, unsicheres Fahrgefühl bei hohem Tempo
Kantengriff:
Gerade bei harten Verhältnissen ist der Kantengriff wichtig. Zum einen erleichtert er die Kontrolle und geschnittene Schwünge. Zum anderen ist ein guter Kantengriff auch ein Sicherheitsaspekt. Ein zu aggressiver Kantengriff kann im Tiefschnee jedoch auch nachteilig sein.
10 = sehr hoher Kantengriff auch bei harten oder eisigen Bedingungen
0 = sehr schwacher Kantengriff, geringer Halt bei harten Verhältnissen
Auftrieb:
Ein guter Auftrieb erleichtert das Fahren im unverspurten wie im verspurten Tiefschnee. Ist der Auftrieb gleichmässig über das Board verteilt? Oder sorgt vor allem die Nose für Auftrieb? Unterstützt das Auftriebsverhalten eine neutrale Fahrposition?
10 = sehr starker, gleichmässiger Auftrieb, neutrale Fahrposition
0 = wenig Auftrieb, Gefahr des Verschneidens im Tiefschnee oder des Abtauchens der Nose
Aufstieg
Wie gut hält das Splitboard beim Aufstieg die Spur, wie gut ist der Kantenhalt bei harten Verhältnissen und beim Traversieren? Fühlt sich das Board «leicht» im Aufstieg an?
10 = top Kantenhalt, leicht und spurtreu im Aufsteig.
0 = wenig Kantenhalt bei Traversen, schwer und wenig spurtreu im Aufsteig
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