Heisse Typen: Überblick Camping-Kocher
Gaskocher
FUNKTIONSWEISE
Aus einer aufgeschraubten Flüssiggas-Kartusche strömt das verdunstete Gas durch den Brennkopf ins Freie und wird dort entzündet. Es gibt ihn in zwei Varianten: 1) Direkt auf die Kartusche geschraubt (Schraubgaskocher), die dadurch zum Standfuss wird. 2) Mit Brennstoffleitung zur Kartusche. Dadurch steht die Kocher-Topf-Einheit tiefer und stabiler (Standgaskocher).
EINSATZBEREICH
Der meistgekaufte und -gebrauchte Outdoor-Kocher. Eignet sich für nahezu jede Outdoor-Aktivität von Frühjahr bis Herbst, bei der ein leichter, unkomplizierter Kocher gefragt ist und Gas-Kartuschen problemlos erhältlich sind.
Optimus
«Crux Lite»
Preis: CHF 49.90
Gewicht: 74 g
optimusstoves.com
einfache Handhabung
sehr gute Heizleistung = schnelle Kochzeit
je nach Modell fein regulierbar
relativ leicht und kompakt
SCHWÄCHEN
Betrieb nur mit Flüssiggas-Kartuschen möglich
bei Minusgraden nimmt Heizleistung rapide ab
leere Kartuschen können nicht wiederbefüllt werden (Müll!)
Multifuel-Kocher
Betrieb primär mit Reinbenzin. Top-Modelle verbrennen aber auch viele andere Flüssigbrennstoffe wie Autobenzin, Kerosin, Petroleum und Diesel; bei einigen kann per Düsenwechsel auch eine Gas-Kartusche genutzt werden. Der Brennstoff wird in einer Brennstoffflasche mittels Pumpe unter Druck gebracht und über eine Leitung zum Brennkopf geschickt. Dieser muss durch «Abfackeln» vorgeheizt werden, um das Benzin in einen gasförmigen Zustand zu bringen. Aus der Vorheizflamme wird nach kurzer Zeit die blaue Gasflamme.
EINSATZBEREICH
Globale Outdoor-Abenteuer, bei denen der Zugang zu Gas-Kartuschen nicht gewährleistet ist. Erste Wahl bei Expeditionen und Wintertouren.
PRIMUS
«Omnilite TI»
Preis: CHF 300.–
Gewicht: 218 g
primusoutdoor.de
sehr gute Heizleistung = schnelle Kochzeit
funktioniert auch bei Minusgraden
sichere Standfläche
weltweiter Zugang zu Brennstoffen
fein regulierbar
SCHWÄCHEN
Handhabung etwas komplizierter
wartungsintensiver
relativ laut
Packmass und Gewicht etwas grösser als beim Schraubgaskocher
Spiritus-Kocher
Ähnlich wie beim Fondue: Spiritus oder Ethanol in den doppelwandigen Brennzylinder geben und anzünden. Durch die Hitze steigt der verdunstete Alkohol zwischen Aussen- und Innenwand des Brennzylinders nach oben und wird an zahlreichen kleinen Austrittslöchern entflammt.
EINSATZBEREICH
Drei-Jahreszeiten-Touren mit Geduld am Herd. Ein echter Klassiker für Outdoor-Puristen.
TRANGIA
«25-23 UL/D»
Preis: CHF 139.90
Gewicht: 115 g (nur Kocher), 1092 g (gesamtes Set)
trangia.se
Handhabung sehr simpel
geräuschloser Betrieb
sehr leicht und geringes Packmass
SCHWÄCHEN
Heizleistung mässig = relativ lange Kochzeit
bedingt regulierbar
relativ hoher Brennstoffverbrauch
nur bedingt für kalte Temperaturen geeignet
Feststoff-Kocher
Trockene Äste, Laub, Rinde, Tannenzapfen, Tierdung, Pellets oder Esbit-Würfel zerkleinert im Brennraum anrichten und anzünden. Die Sauerstoffzufuhr erfolgt per Kamineffekt von unten. Bei einwandigen Feststoffkochern erhitzen ausschliesslich die Flammen aus dem Brennstoff das Kochgut. Bei doppelwandigen Modellen steigen die Gase Kohlenmonoxid, Methan und Wasserstoff, die bei der Verbrennung von Holz entstehen, zwischen Aussen- und Innenblech auf, verbrennen am oberen Rand und optimieren so die Heizleistung.
EINSATZBEREICH
Touren, bei den kein Zeitdruck beim Kochen herrscht und die Umgebung ausreichend (trockenes) Brennmaterial zur Verfügung stellt. Oder lange Trips, bei denen auf die Mitnahme von Brennstoff verzichtet wird, um Gewicht zu sparen. Für das Mini-Lagerfeuer-Gefühl.
ROBENS LUMBERJACK
Wood Stove
Preis: CHF 47.–
Gewicht: 329 g
robens.de
unabhängig von Gas- oder Flüssigbrennstoffen = Gewichts- und Kostenersparnis
kein Abfall
wartungsfrei
leicht
SCHWÄCHEN
relativ grosses Packmass
mässige Leistung = relativ lange Kochzeit
sehr eingeschränkt regulierbar
witterungsabhängig
abhängig von ausreichendem (trockenem) Brennmaterial
relativ aufwendiger Startprozess
verrusste Töpfe
- Koche immer mit Windschutz! Nimm einen ultraleichten vom Hersteller, nutze natürliche Barrieren oder baue dir einen aus Steinen, dicken Ästen oder Schnee.
- Ein Alublech unter dem Kocher dient als Hitzereflektor und steigert die Heizleistung.
- Koche mit geschlossenem Deckel.
- Nutze Töpfe mit Wärmetauscher.
- Verwende klein geschnittene Lebensmittel mit kurzer Garzeit (siehe Infokasten «Kulinarik kalkulieren» S. 92).
- Heizleistung drosseln. Schon mit 75 % der möglichen Brenn-Power wird ein maximaler Kocheffekt erzielt.
- Topfgrösse anpassen, d. h. kleine Kocher auch mit kleineren Töpfen kombinieren.
- Heisses Restwasser in Isolierflaschen füllen und für die nächste Mahlzeit oder zum Abspülen verwenden.
Tipp: Gasverbrauch richtig kalkulieren. Für einen Sommertag kannst du pro Person inklusive etwas Reserve ca. 100 g Gas rechnen, im Winter ca. 230 g.
Achtung Lebensgefahr: Koche nie im Innenzelt! Beim Verbrennungsprozess entsteht das tödliche, aber geruchlose Gas Kohlenmonoxid. Zudem besteht die Gefahr von Brandschäden. Wenn du in der Apside köcheln musst, unbedingt ausreichend belüften.
Topffavoriten
Für Trekking- & Allroundeinsätze
GSI PINNACLE
«Backpacker»
Preis: CHF 133.–
Gewicht: 852 g
gsioutdoors.com
Ultraleicht-Touren
ROBENS
«Titanium Pot 0.9 L»
Preis: CHF 69.–
Gewicht: 122 g
robens.de
Camping & Kanu
TATONKA
«Family Pot 6,0 L»
Preis: CHF 50.–
Gewicht: 855 g
tatonka.com
Grob gesagt gilt: Je kälter und anstrengender die Tour, desto höher der Kalorienbedarf.
Wenn es wirklich ans Eingemachte geht, muss der Taschenrechner ran: Kalorien zählen. Auf jedem abgepackten Lebensmittel sind die Nährwertangaben aufgedruckt. Den Kalorienbedarf kannst du im Internet ausrechnen. Grob gesagt: Ein 40-jähriger, 185 cm grosser und 85 kg schwerer Mann verbraucht an einem normalen Büroarbeitstag ohne Sport ca. 3500 kcal, eine 30-jährige, 175 cm grosse und 66 kg schwere Frau ca. 2500 kcal. Je nach Intensität und Dauer der Aktivität kommen pro Tourentag zwischen 1500 und 3000 kcal dazu.
Unter kalorientabelle.net findest du Nährwertangaben zu vielen Lebensmitteln.
Wichtig: Unbedingt immer ausreichend Reserven einplanen!
Generell gilt: Leichte, möglichst trockene Lebensmittel mit hohen Kalorienwerten und kurzer Koch- oder Quellzeit sind die ideale Touren-Nahrung. Instantmahlzeiten erfüllen diese Kriterien zwar, sind aber relativ teuer und nach ein paar Tagen stellt sich eine gewisse Unlust auf Geschmack und Konsistenz ein. Lohnende Alternativen sind Couscous, Reisnudeln und Kartoffelbrei. Dazu leichte Würzmischungen, hochkonzentrierte Pasten und gefriergetrocknete Zutaten.
ABER: Spass sollten die Mahlzeiten gerade auf langen Touren auch machen, deshalb lohnt es sich, das eine oder andere «unvernünftige» Mümpfeli mitzuschleppen.
Menüvorschläge
Menü 1: Tütenzauber
Frühstück: Vollkorn-Früchtemüsli
Zmittag: Quinoa mexikanische Art
Nachtessen: Huhn in Curryreis
Bettmümpferli: Mousse au Chocolat
Menü 2: Leicht, lecker und (fast) hausgemacht
Frühstück: 300 g Mehl, 3 Esslöffel Zucker, 1 Päckli Vanillezucker, 1 Päckli Backpulver und eine Prise Salz mit 500 ml kaltem Wasser gut vermischen. Dann gefriergetrocknete Blau- oder Himbeeren dazugeben. Pfanne erhitzen, Teig rein und goldbraun backen.
Zmittag: Wasser erhitzen und vom Kocher nehmen, Instant-Reisnudeln hineingeben, rote Curry-Paste und Kokosmilchpulver dazu, kurz ziehen lassen. Zum Schluss gefriergetrocknete Erbsen und Garnelen. Geht schnell, macht warm und füllt die Treibstofftanks wieder auf.
Nachtessen: Couscous mit heissem Wasser übergiessen und abgedeckt fertiggaren lassen. Zwiebeln, luftgetrocknete Tomaten, Chilischoten, Knoblauch, Speckwürfel und Pinienkerne mit Olivenöl oder Butterflocken anbrutzeln. Mit etwas Wasser ablöschen und Tomatenpulver einrühren. Köcheln und abschmecken. Couscous dazugeben. Fertig und Feierabend.
Bettmümpferli: zu müde – einfach ein Stück Schoggi
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