Grundausstattung – Das muss mit
Auch Wundnahtstreifen (Steristrips) zum Verschliessen von Wunden machen durchaus Sinn. Die Behandlung offener Wunden sollte grundsätzlich professionell durchgeführt werden. Es besteht immer die Gefahr, dass Dreck und Keime in der Wunde miteingeschlossen werden, was zu Infektionen führen kann. Ist professionelle medizinische Versorgung aber in entsprechender Zeit nicht in Sicht, wird man zu diesem Mittel greifen müssen.
Eine Verbandschere, oder ein kleines, scharfes Messer, Pinzette (am besten in Kombination mit einer Zecken-Pinzette) eine Signalpfeife, eine Rettungsdecke und ein Dreieckstuch sowie Einmalhandschuhe, um sich vor Blut oder Erbrochenem zu schützen, gehören ebenfalls dazu. Aus praktischen Gründen nicht enthalten, aber wichtig ist ein Desinfektionsspray. Dieses muss man sich in der Apotheke zusätzlich besorgen. Je nach Empfindlichkeit sollte man an Blasenpflaster denken.
Ausstattung für längere Touren
Platzsparend und äusserst hilfreich sind sogenannte Beatmungstücher. Sie wurden zur Beatmung von Erwachsenen in Notfallsituationen entwickelt und dienen als Hilfsmittel für die Atemspende. Sie verhindern den direkten Mundkontakt vom Erst-Helfer zum Atemempfänger. Es gibt sie in kleinen Taschen mit Schlüsselanhänger.
Bei Wassersport-Unternehmungen (z.B. Kajak- oder Kanutouren oder Canyoning) macht das Mitführen einer Beatmungsmaske (z.B. Laerdal) Sinn. «Hier kommt es bei Unglücken, bei denen der Verunfallte unter Wasser war, oftmals zu einem Atemstillstand», so Walliser. «Die Laerdal-Taschenmaske ist mit einem Einwegventil und einem Filter ausgerüstet, um das Eindringen von Flüssigkeiten und Sekreten vom Patienten zu verhindern», erklärt er. Sie stellt einen geringen Abstand zwischen dem Patienten und dem Retter her und erlaubt es, die Farbe der Lippen des Opfers, die Sekrete und die Bewegungen der Brust zu beobachten.
Wer sich in abgelegene Gefilde begibt, kann nicht erwarten, dass die medizinische Versorgung immer westlichem Standard entspricht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zusätzlich zum Erste Hilfe Set noch ein Set mit den geläufigsten Spritzennadeln und Kanülen einpacken. Die kann man einem behandelnden Arzt in die Hände drücken, wenn man absehen kann, dass der vorherrschende Hygienestandard nicht optimal ist.
Medikamente – Darauf sollte man achten
Generell unverzichtbar sind Schmerzmittel. Hier empfiehlt der Unfallchirurg auch auf Tagestouren Medikamente für eine zwei bis drei-stufige Schmerztherapie mit sich zu führen. (z.B. Paracetamol oder Ibuprofen für leichtere bis mittlere Schmerzen, als stärkeres Mittel eventuell ein Opioid wie Tramadol).
Menschen, die zu Allergien – beispielsweise bei Insektenstichen – neigen, kommen um Antihistaminika nicht herum. Ergänzend machen Mittel gegen Übelkeit und Durchfall vor allem bei Reisen in die Tropen Sinn. Je nach Reiseziel ist auch die Mitnahme eines Breitbandantibiotikums angezeigt.
Wen es in grosse Höhen zieht, sollte spezielle Medikamente gegen die höhenassoziierten Krankheiten (AMS, HACE, HAPE) und weitere, in der Höhe häufig notwendige Mittel, wie zum Beispiel eine Augensalbe dabeihaben.
Eine UV-Schutz-Creme und ein Lippenstift sind keine Medikamente, sind aber ebenfalls unverzichtbarer Bestandteil der Basisausstattung und sollten in keiner Deckel- oder Radtasche fehlen.
Grundlagen
«Der letzte Kurs liegt oft Jahre zurück», so Walliser. Viele haben nur noch rudimentäre Kenntnisse bei Notfall-Massnahmen. Die Rettung ist schnell informiert, ist oft die Devise (in Europa über die Notfallnummer 112, im aussereuropäischen Ausland gelten andere Nummern). Was aber, wenn es länger dauert, bis Bergwacht oder Hubschrauber kommen? Dann ist man erst mal auf sich gestellt. Daher rät der Unfallchirurg, seine Kenntnisse immer wieder aufzufrischen und auf dem neuesten Stand zu halten. «Denn», so der Arzt, «der einzige Fehler bei einem Notfall ist, gar nichts zu tun.»
Zu guter Letzt noch ein Buch-Tipp: Das Handbuch «Erste Hilfe», von Hefti, Walliser, Fluri, Walter, erschienen im SAC-Verlag des Schweizer Alpen Clubs, erklärt wie man bei Unfall und Krankheit rasch erste Hilfe leisten kann.
Tagestouren
- 1 steriles Verbandspäckchen
- 2 sterile Kompressen
- 2 Heftpflasterstreifen (breit und schmal)
- 1 steril verpacktes Rundum-Pflaster
- 1 Rolle Tapeverband
- 3 sterile Klammer-Pflasterstreifen
- 1 elastische, selbsthaftende Pflasterbinde
- Desinfektionsmittel
- Schmerztabletten
- Dreieckstuch
- Rettungsdecke
- Einmal-Handschuhe
- Schere/Skalpell
Mehrtagestouren (Tagestouren-Set durch folgendes ergänzen)
- Sam Splint (Aluminiumschiene)
- Wundspüllösung
- 2 sterile Kompressen
- 1 sterile Wundauflage
- 1 elastische Acryl-Klebebinde
- 1 Pinzette
- 1 Verbandsbinde
- Sicherheitsnadeln
Aktuelle First Aid Kits
Pieps - First Aid Pro
Gewicht: 450g
Preis: CHF 90.-
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Exped - Clear Cube First Aid
Gewicht: 24g (Grösse S)
Preis: CHF 22.- (Grösse S)
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Arva - Explorer Lite First Aid Kit Full
Gewicht: 100g
Preis: CHF 32.-
www.arva-equipment.com
Deuter - First Aid Kit Pro
Gewicht: 500 ml
Preis: CHF 54.90.-
www.deuter.ch
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