Bergsteigen am Brotmessergrat
Bergsteigen am Brotmessergrat
 Datum: 15.04.2017  Text: Niki Huywler 

Auf Messers Schneide

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Auf Messers Schneide

Höhenmeter: 

1100 hm  1100 hm

Dauer: 

06:00 h

Schwierigkeit: 

t5

Wer langes Gratklettern im ll. bis lll. Schwierigkeitsgrad und T5 mag, wird diese Tour lieben. Die alpine Kraxeltour beim Pilatus bietet sich dem tüchtigen, klettergeübten Berggänger im Alleingang ebenso an wie Kletterneulingen mit erfahrenen Begleitern. Der eindrückliche Grat mit dem Name Ruessiflue zieht sich vom Chlusband nordöstlich bis zum Matthorn beim Pilatus. Der Abschnitt mit dem Namen «Brotmessergrat» ist denn auch Programm. Die sehr ausgesetzte Passage an einer scharfen Kante ist die eigentliche Schwierigkeit. Die Route bietet einfache Kletterei über einen luftigen Grat im maximal dritten Schwierigkeitsgrad. Nach dem Matthorn gelangt man absteigend zu den Chilchsteinen. Die eignen sich hervorragend zum Bouldern. Das Gelände rundherum ist eben und ungefährlich. Wer möchte, nimmt noch die Galtigentürme mit. Für die dortige Plaisirkletterei im Schwierigkeitsgrad 4c sind rund drei Stunden zu veranschlagen. Unbedingt den lohnenswerten Aufstieg über die Esel Ostwand mit gut ersichtlichen Trittspuren im T5 nehmen. Ein Wandbuch zeigt, wie beliebt diese Tour bei trittsicheren Bergsteigern ist.

Route

Mit dem Auto bis nach Lütholdsmatt, oder mit der steilsten Zahnradbahn der Welt ab Alpnachstad hoch nach Ämsigen. Ab da kurz der Strasse entlang bis nach Alp Denneten. Beim Fluss der grossen Kurve (P.1304) rechts die Skitourenroute im Bergwald «Grätsch» hoch bis Tafel 7. Kurz bevor die Route leicht abwärts führt, dem hinteren (nördlichen) Kamm in reizvoller Kraxelei hoch zum Grat folgen. Beim Einstieg die einfache Variante rechts herum. Oder über den Felshügel in leichter Kletterei (II). Ab da immer dem Grat entlang. Etwa 30 min von P.1304 zum Einstieg.
Die Schlüsselstelle befindet sich in der Mitte. Ist das «Brotmesser» geschafft, nimmt die Komplexität wieder ab, und die Tour geht immer mehr ins Gratwandern über. Der Grat verbreitert sich zusehends, bis er schliesslich in Grasgelände übergeht. Wird die allgemeine Marschrichtung beibehalten, erreicht man bald den Gipfel des Matthorns. Auf wenigen Hundert Metern kommen noch einmal luftige Gefühle auf. Die letzten Meter auf das Matthorn führen über Wiesen.

AUSGANGS- UND ENDPUNKT
Alpnachstad, mit der Zahnradbahn hoch nach Ämsigen (1359 m). Oder mit dem Auto nach Lütholdsmatt (1146 m). Vom Matthorn kann man nach Ämsigen in 1 h zurücklaufen oder weiter zur Pilatusbahn und von dort nach Alpnachstad via Zahnradbahn. Alternative: mit der Gondel nach Fräkmündegg – Kriens.

Toureninfo

Tourencharakter

T5, Klettern bis lll. Der Fels ist insgesamt sehr fest. Der ganze Grat ist schmal, es gibt genügend alpine Absicherungen an Fels und Föhren mit Schlingen. Somit eher WS+/III. Heikles Grasgelände gibt es nicht.

Weitere Informationen

www.pilatus.ch