Getestet

Im Test: Trek Top Fuel 9.8

  1. Trek Top Fuel 9.8
Datum: 30.04.2021

Praxistest & Erfahrungen

Auch Trek surft längst auf der Downcountry-Welle. Dazu haben die Bikekonstrukteure aus Wisconsin das ursprüngliche XC-Fully Top Fuel auf mehr Geländegängigkeit getrimmt. In Zahlen ausgedrückt heisst das: 115 Millimeter Federweg am Heck und 120 an der Gabel – im Vergleich zu den bisherigen 100 Millimeter Federweg. Im XC-Weltcup setzen die Trek-Profis wie Jolanda Neff mittlerweile auf das Supercaliber mit 60 Millimeter Federweg am Heck. Unsere Waffe der Wahl auf dem Worldcup-Kurs in Lenzerheide ist stattdessen das Top Fuel 9.8. Es ist nicht das Top-Bike der Modellreihe, dafür bleibt der Preis noch im erschwinglichen Rahmen. Das Fahrwerk am Vollcarbon-Rahmen kommt von RockShox. Für den Zwischensprint oder lange Uphills lassen sich Federgabel und Dämpfer über den Bontrager DropLock Remote sperren. So wird das vielseitige Fully bei Bedarf noch antrittsstärker.
 
Brillant am Berg
Auf den Trails brilliert das Top Fuel mit sehr ansprechenden XC-Fähigkeiten, auch wenn das 9.8 nicht zu den allerleichtesten Kandidaten im Test zählt. Die 12,1 Kilogramm lassen aber bergauf immer noch ein flottes Tempo zu, zumal sich das Bike sehr effektiv treten lässt. Der steife Rahmen und das eher straff abgestimmte Fahrwerk sorgen dafür, dass keine Energie verpufft und das Bike zügig bergauf schiesst, sobald man ihm die Sporen gibt. Dazu tragen auch die leichten Bontrager Kovee Elite 30 Carbon-Felgen bei. Auf die Carbon-Laufräder bietet Bontrager zumindest für die Erstbesitzer eine lebenslange Garantie – eine coole Sache. Die sportliche Sitzposition erlaubt viel Druck aufs Vorderrad, was die Kletterqualitäten unterstützt. Die Übersetzung der Sram GX Eagle mit einer 11-52-Kassette und 32er-Kettenblatt an der Kurbel ist so gewählt, dass auch nicht profimässig durchtrainierte Biker steile Rampen gut hochkommen. 

Variabler Lenkwinkel
Wer eher abfahrtsorientiert unterwegs ist, kann die Geometrie über das Mino-Link an der Dämpferwippe verändern. Eine Drehung mit dem Inbusschlüssel an der Gewindemutter reicht, um den Lenkwinkel um 0,5 Grad abzuflachen (67,5 statt 68,0 Grad) und das Tretlager rund einen halben Zentimeter abzusenken. So wird das Fahrverhalten etwas trail-lastiger. Im Downhill fühlt sich das Top Fuel auf flowigen, nicht allzu ruppigen Kursen am wohlsten. Dank seiner Wendigkeit geht es auch in engen Kurven gut ums Eck. In technischem Gelände wird das Bike bei schneller Fahrt etwas nervös. Was auch an den Reifen liegt. Den der Grip der 2.4 Zoll breiten Bontrager XR3 Team Issue Reifen könnte höher sein, vor allem auf feuchtem Waldboden und nassen Wurzeln. Dennoch liefert das Top Fuel bergab eine verlässliche Vorstellung und lässt sich mit den Sram G2 RS Vierkolbenbremsen gut in Zaum halten. Unterm Strich sorgen die sehr hochwertige Verarbeitung des Carbon-Rahmens und pfiffige Details wie die Bontrager Switch-Steckachsen mit abnehmbarem Hebel für einen hohen «Haben-will»-Faktor. Auch wenn nicht radikal auf Racing getrimmt, macht das Top Fuel bei jedem Marathon eine sportliche Figur – und ansonsten Spass!

Mino-Link
Mit dem Mino-Link von Trek lässt sich die Geometrie des Rahmens verstellen. Der Lenkwinkel kann um 0,5 Grad variiert, die Tretlagerhöhe um rund einen halben Zentimeter abgesenkt bzw. angehoben werden. Das Ganze funktioniert blitzschnell durch Drehen einer Gewindemutter. So lässt sich die Anpassung auch unterwegs auf dem Trail vollziehen, zum Beispiel, um einen flacheren Lenkwinkel für längeren Abfahrten zu wählen.

DOPPEL-REMOTE
Sprint-ready: Nicht nur Dämpfer und Gabel lassen sich vom Lenker aus mit dem Bontrager DropLock Remote ansteuern, sondern auch die Sattelstütze. Am Testbike erforderte der Hebel allerdings viel Fingerkraft.

SAFE
Eine Kettenführung hält die Kette verlässlich dort, wo sie hingehört. Ein kleines, aber nützliches Detail, das auf dem Trail eine Menge Ärger ersparen kann.
 
EDEL
Die Bontrager Kovee Elite 30 Carbon-Felgen sparen Gewicht. Zudem gibt’s auf die 29-Zoll-Carbon-Laufräder für Erstbesitzer eine lebenslange Garantie.
 
STIMMIG
Bewährt und gut abgestimmt: die Sram GX Schaltung mit einer 11-50-Kassette und einem 32er Kettenblatt an der Kurbel. So lassen sich auch knackige Anstiege ohne brennende Oberschenkel meistern.

Zitat von unserem Tester Gregor Arndt, Redakteur und Trail-Biker:
«Die race-orientierte, aber nicht zu gestreckte Sitzposition und das straffe Fahrwerk lassen das Top Fuel 9.8 bergauf nach vorne schiessen. Die leicht frontlastige Sitzposition macht das Bike aber auf verblockten und schnellen Passagen bergab unruhig. Ansonsten bietet das Fahrwerk aber eine gute Dynamik.»

Fazit

Am wohlsten fühlt sich das Top Fuel auf flowigen, nicht allzu ruppigen Trails. Ein Allrounder für die schnelle Feierabendrunde bis hin zu  langen Touren.

Vergleich mit anderen Modellen

Modell Saison Preis Gewicht
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Technische Daten

Produktbezeichnung
Trek Top Fuel 9.8
Gewicht
12 g
Preis
6'399.00 CHF
Herstellungsland
Hersteller-Webseite
Federweg vorn
120
Federweg hinten
115
Rahmenmaterial
bike-material-carbon
Federgabel
RockShox SID Select+
Dämpfer
RockShox SID Luxe Ultimate
Schaltung
Sram GX Eagle, 1x12
Bremsen
Sram G2 RS (180/160 mm)
Kurbel
Sram GX Eagle (32T)
Laufräder
Bontrager Kovee Elite 30 Carbon
Reifen
Bontrager XR3 Team Issue, 29 x 2.40"
Lenker
Bontrager Line Pro, 750 mm
Vorbau
Bontrager Kovee Pro, 35 mm, Knock Block
Sattel
Bontrager Montrose Elite, Titanstreben

Produktbilder und Detailaufnahmen

  • Trek Top Fuel 9.8
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