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Im Test: Norco Optic C1

Im Test: Norco Optic C1
Datum: 02.05.2022
Im Test: Norco Optic C1

Trail-Bikes

Norco

0 CHF

160 mm

158 mm

Westcoast Shredder
Ein schnörkelloses Design, ein dezenter Federweg und eine solide Ausstattung – sind das die Zutaten für ein Traumbike? Das Norco Optic C1 von der kanadischen Westküste rockt raue Trails jedenfalls verblüffend souverän und bietet Fahrspass ohne Ende. 

Nicht nur der Federweg auf dem Papier bestimmt den Charakter eines Bikes. Auch dessen Rahmengeometrie und Ausstattung tragen eine Menge zu den Persönlichkeitsmerkmalen eines Velos bei. Als bestes Beispiel für diese These darf das Norco Optic C1 gelten. Dessen 125 mm Federweg am Hinterbau lassen ein lupenreines Trailbike vermuten. Tatsächlich verortet Norco das Optic C1 auch in der Trailbike-Linie. Norco sitzt an der kanadischen Westküste in British Columbia. Und dort geht’s seit jeher einen Tick rauer zu, sprich: Was in den verwunschenen, nordischen Regenwäldern in typischem Westcoast-Understatement als feiner Trail gelobt wird, kann nach mitteleuropäischen Massstäben zu einer recht knackigen Enduro-Hatz ausarten. Konsequenterweise hauchen die dortigen Entwickler ihren Bikes auch die passenden Nehmerqualitäten ein.

Robuster Trail-Rocker
So ist auch das Optic C1 für ein Trailbike reichlich robust geraten. Eine Fox Performance Elite 36 Grip2 Float bläst den Federweg an der Front auf 140 Millimeter auf. Der Reach ist lang, der Lenkwinkel dagegen mit 65 Grad recht flach, wobei der Lenker mit seinen 780 mm Breite als Balancestange fungiert. Für Grip auf rauem Untergrund sorgen grobstollige Vittoria Reifen, vorne ein Mazza in 2.4 Zoll, hinten ein 2.35er Martello. Shimanos Vierkolben XTR-Bremsen mit einem 203-Millimeter-Rotor vorne und einer 180-Millimeter-Scheibe hinten garantieren, dass der Gaul auch bei Vollgasritten auf steilen Trails nicht durchgeht.  

Motor-Shuttle überflüssig
Schon auf den ersten Trail-Metern vermittelt das Optic C1 dem Fahrer das fette Feeling, auf einem Bike zu sitzen, mit dem sich auch anspruchsvolle Trials hart shredden lassen. Die Sitzposition ist ziemlich aufrecht. Trotzdem sitzt man nicht auf einem plüschigen Sofa, auf dem die Kraft im Antrieb verpufft. Der Hinterbau ist straff genug und funktioniert im Uphill ohne störendes Wippen, umso mehr, wenn die Lowspeed-Dämpfung auf Medium steht. Der Griff dorthin kann allerdings, insbesondere bei ausgefahrener Sattelstütze, zu artistischen Einlagen führen. Schliesslich sitzt der Hebel dafür sehr tief unten im Rahmendreieck. Auch wenn das Optic C1 optisch an ein Enduro-Bike erinnert, ist der Vortrieb sehr respektabel. So steht auch ohne Shuttle einem gelungenen Tag auf den Trails nichts im Wege. 

Bergab lässt das Optic C1 dann seine Enduro-Qualitäten aufblitzen. Das Fahrwerk spricht nicht übersensibel, aber gut an. Dabei ist es straff und progressiv genug, um auch harte Schläge nach grösseren Drops unbeeindruckt wegzustecken. Gleichzeitig liefert das Fahrwerk ordentlich Pop und animiert damit zum Springen und Tricksen. Fast schon verblüffend für ein Bike dieser Federwegskategorie ist die Laufruhe, wenn der Pilot Gas gibt – und das ohne Abstriche bei der Wendigkeit. Noch Wünsche? Sogar bei Abstechern in den Bikepark wird dieser Allrounder mit Sicherheit eine gute Figur abgeben. Zudem bietet der Rahmen auf langen Touren genügend Platz für eine grosse Trinkflasche.

Ein Zitat von unserem Tester Tobias Luitz, Tester und Enduro-Fahrer:
«Für mich ist das Norco Optic C1 ein Downcountry-Volltreffer – ideal für lange und fahrtechnisch anspruchsvolle Touren. Das Bike geht gut bergauf und entpuppt sich bergab als Trailrakete. Der robuste Aufbau des Bikes taugt mir persönlich sehr. Lieber mehr Fahrspass und pannensichere Reifen, als um jedes Gramm zu feilschen und am Ende von Defekten ausgebremst zu werden.»

Fazit

Understatement Pur: das Norco Optic C1 zeigt, dass ein Bike auch ohne endlose Federwege im rauen Gelände bestehen kann. Zudem ist das Westcoast-Bike ein flinker Kletterer.
Produktdaten

Optic C1

13.8 kg

Fox 36 Factory Grip2, 160 mm

Fox Factory Float X2

Shimano XTR

Shimano XTR M9120, 4 Piston

OneUp Carbon

Norco

Fizik Alpaca Terra, Wingflex

Shimano XT, Stan's Flow S1

v: Vittoria Mazza, h: Vittoria Martello