Praxistest & Erfahrungen
Olympia-Rakete
Mit dem Thömus Lightrider R3 Worldcup sind die Schweizer XC-Racer Alessandra Keller und Mathias Flückiger bei den Olympischen Spielen in Paris angetreten. Für den BORN Biketest hat Thömus die XC-Rakete als Downcountry-Bike aufgebaut. Ein Bike, das Lust darauf macht, schnell zu fahren – auch bergauf.
Neben all den E-Bikes, Trail- und Enduro-Bikes im Test wirkte das Thömus Lightrider wie ein bis auf die letzte Muskelfaser austrainierter Marathonläufer neben muskelbepackten Schwerathleten. 11,2 Kilogramm! Da verbietet sich ein direkter Vergleich. Dennoch war die Test-Crew enorm gespannt auf das Leichtgewicht. Schliesslich fährt dieses Bike in der laufenden Worldcup-Saison regelmässig vorne mit und zeigt, was im Leichtbausektor derzeit möglich ist. Eines vorweg: Dieses Bike fliegt nicht nur die Berge rauf, es liefert auch bergab eine beeindruckende Vorstellung.
Ultraleichter Carbon-Rahmen
20 Jahre ist es her, dass Thömus mit dem Lightrider CT sein erstes vollgefedertes Carbon-Mountainbike präsentiert hat. Zum Jubiläum und um für das prestigeträchtige Olympiajahr gewappnet zu sein, startete das Thömus Entwicklungsteam zusammen mit Teammanager und Ex-Racer Ralph Näf schon nach den Olympischen Spielen von Tokio 2020 das Projekt Lightrider R3 Worldcup. Im BORN-Test in Arosa zeigte sich, was der Olympia-Kandidat drauf hat. Gerade mal 1876 Gramm wiegt der Rahmen des R3 Worldcup inklusive Dämpfer. Doch geringes Gewicht und ein steifer Rahmen allein machen heute längst nicht mehr zwingend ein Sieger-Bike aus. Rennen werden auch auf den technisch immer schwierigeren Abfahrten entschieden. Deshalb erhielt der Lightrider ein Federweg-Upgrade auf 120 Millimeter am Heck. Während das XC-Modell auch an der Gabel 120 Millimeter Federweg bietet, liefert die Fox 34 Factory FIT 4 Gabel an der getesteten Downcountry-Version 130 Millimeter Federweg. Dazu passt ein moderater Lenkwinkel von 66,3 Grad. Auf den Testtrails entpuppte sich das Lightrider R3 Worldcup trotz Downcountry-Konfiguration als spritzige XC-Rennfeile und wurde damit auf Anhieb seinem Namen gerecht. Bei kraftvollen Antritten schiesst das Bike sofort nach vorne los. Die Kraftübertragung ist exzellent. «Fährt sich fast wie ein E-Bike», scherzte einer der Tester. Der neue Rahmen ist noch steifer als sein Vorgänger. Das macht sich sowohl im Antritt als auch auf den Abfahrten bemerkbar. Da läuft das Bike spurtreu und will konzentriert und exakt gesteuert werden. Auf Wurzelteppichen oder an Geländeabsätzen zeigt der Lightrider R3 Worldcup beinahe Trailbike-Qualitäten. Dazu trägt unter anderem der tiefe Schwerpunkt mit vertikaler Dämpferposition bei. Und so ist die leichte Rakete nicht nur ein Tipp für XC-Racer oder ambitionierte Marathonfahrer. Auf der schnellen Hausrunde am Abend macht es genauso Spass, bergauf den Puls hochzujagen, wie danach im Downhill die Trails hinabzujagen.
Individueller Aufbau nach Mass
Top-Fahrer wünschen sich ein individuell möglichst gut anpassbares Bike. Auch da hat das Lightrider R3 Worldcup einiges zu bieten. Je nach Gelände lässt sich der Lenkwinkel variieren. Per Remote-Control kann man den Federweg auf 108 Millimeter reduzieren. Und selbstverständlich ist auch ein kompletter Lockout-Modus möglich. Wie alle Thömus-Bikes wird das Lightrider R3 Worldcup als Baukasten-System angeboten und lässt sich nach persönlichen Wünschen konfigurieren. Bleibt noch das konische, nach vorne hin scharf zulaufende Unterrohr zu erwähnen – für eine optimierte Aerodynamik und als i-Tüpfelchen für diesen olympiawürdigen Kandidaten.
Fazit
«Ultraspritzig und sehr direkt zu steuern – dem Lightrider R3 Worldcup merkt man seine Race-Gene auf Anhieb an. Das Bike lässt sich unfassbar leicht nach vorne preschen. Der Rahmen mit klassisch cleaner Optik ist mit viel Liebe zum Detail aufgebaut. Bergab leistet das Fahrwerk erstaunlich viel und kapituliert auch nicht in technisch anspruchsvollen Passagen.» – Raphael Meier
Vergleich mit anderen Modellen
| Modell | Saison | Preis | Gewicht | |
|---|---|---|---|---|
| Thömus Lightrider R3 Worldcup Aktuelles Produkt | 2024 | 9'340.00 CHF | ||
| Norco Sight A1 | 2024 | 5'899.00 CHF | Zum Test | |
| Santa Cruz Nomad CC / XO AXS RSV | 2024 | 10'690.00 CHF | Zum Test | |
| Specialized Stumpjumper 15 Expert | 2024 | 7'500.00 CHF | Zum Test | |
| Trek Top Fuel 9.9 XO AXS | 2024 | 11'499.00 CHF | Zum Test | |
| Trek Slash 9.8 GX AXS T-Type | 2024 | 8'099.00 CHF | 15.900 g | Zum Test |
| Scott Ransom 900 RC | 2024 | 9'999.00 CHF | 15.800 g | Zum Test |
| SCOR 4060 LT GX | 2023 | 7'499.00 CHF | 14.900 g | Zum Test |
Technische Daten
- Produktbezeichnung
- Thömus Lightrider R3 Worldcup
- Saison
- 2024
- Preis
- 9'340.00 CHF
- Hersteller-Webseite
- thoemus.ch
- Federweg vorn
- 130
- Federweg hinten
- 120
- Rahmenmaterial
- Carbon
- Federgabel
- Fox 34 Factory, FIT4, 130 mm, 3-pos PTL
- Dämpfer
- Fox Float SL LV, 165x45 mm, 3-pos PTL
- Schaltung
- Shimano XT, 12-fach
- Bremsen
- Shimano XT, 4-pistons, 180 mm rotors
- Kurbel
- Shimano XT, 170 mm
- Laufräder
- DT Swiss XRC 1501
- Reifen
- Schwalbe Wicked Will, Addix SpeedGrip, Super Ground/ Racing Ralph
- Lenker
- Thömus Carbon, Rise 15 mm, 760 mm
- Vorbau
- Thömus 50 mm
- Sattel
- Selle Italia, SLR Boost Carbon Flow
- Produktkategorien
- Trail-Bikes
- Hersteller
- Thömus
- Aktivitäten
- Biken, Mountainbiken
Produktbilder und Detailaufnahmen
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