«Dieses Reiseabenteuer ist so einmalig schön, das musst du einfach machen». Jerome Blössers Begeisterung für die Namib war sogar durchs Telefon ansteckend. Er ist nicht nur ein guter Freund, sondern wandert quasi schon sein ganzes Leben durch die Wüsten der Erde. Irgendwann hat er sein Hobby zum Beruf gemacht – und seine Guides dürfen mittlerweile als einige von ganz wenigen die Namib-Wüste mit Gästen durchqueren. Neun Monate nach seinem Anruf jagen wir in einem Kleinbus über Schotterpisten von Windhoek in Richtung Rotstock-Berge. Am Steuer sitzt unser einheimischer Guide Nico, und natürlich ist er es, der routiniert im vorbeifliegenden gelbgrünbraunen Buschland immer wieder deren Bewohner als Erster entdeckt. Kudus, Springböcke, Warzenschweine. Tiere, die man sonst nur aus dem Zoo oder Fernsehen kennt. Je näher wir unserem ersten Ziel kommen, desto karger wird die Vegetation. Dann tauchen sie am Horizont auf: die Rotstock-Berge. Die Spätnachmittagssonne lässt die Gesteinsformationen wie glühende Briketts leuchten. Während der Kolonialzeit wurde das Massiv wegen seines roten Gneises so getauft. Bevor wir in die Namib aufbrechen und jegliche Zivilisation hinter uns lassen, ist dies eine wunderbare Region, um sich zu akklimatisieren und einzulaufen – und auch ein bisschen südwestafrikanisches Lodge-Leben zu geniessen. Jetzt, Anfang Juni, im trockenen namibischen Frühwinter, sind die Tagestemperaturen mit 25 bis 30 Grad erträglich, nachts fällt das Thermometer auf einstellige Zahlen, bisweilen sogar um den Gefrierpunkt.
Die Wüste lebt
Big Daddy is calling
Durch den Sand ans Meer
So mühsam der Aufstieg war, so herrlich ist die «Abfahrt». Mittendrin bleibt Nico abrupt stehen, greift blitzschnell mit beiden Händen in den Sand und lässt ihn dann vorsichtig durch seine Finger entweichen. Zum Vorschein kommt eine kleine grüngelblich schimmernde Düneneidechse. Ihre Schnauze ist flach und leicht gekrümmt. Das in der Namib endemische, zierliche Reptil gräbt sich bei Gefahr mit seinem Maul blitzschnell in den Sand ein, ein Paradebeispiel der Evolution.
Am Horizont leuchtet ein grauweisser Gebirgszug. «Das ist der Witberg, unser Tagesziel», erklärt Nico. «Bitte bleibt immer so weit zusammen, dass ich den Ersten und den Letzten von euch sehen kann». Ein Muss, denn verschwindet jemand hinter einer Düne und kommt nur ein paar Grat vom Kurs ab, kann es für ihn schnell gefährlich werden. Der meist beständige Wind verweht die Spuren der Mitwanderer und die eigenen schnell. In der Ebene und auf den windzugewandten Seiten der Dünen ist das Wandern ein Genuss. Der Untergrund ist fest, die Füsse sinken nur minimal ein. Geht es allerdings auf der weichen, windabgewandten Seite hoch, ist das Konditions- und Muskeltraining vom Feinsten. Doch der Ausblick belohnt jede Anstrengung: Der Blick schweift über diesen Ozean aus Sand bei stürmischer See, zum Stillstand erstarrt. Und zugleich wie in einem Kunstwerk, wo der Fantasie ob der Bedeutung der geschwungenen Skulpturen keine Grenzen gesetzt sind. Dort ein schlafender, sechsbeiniger Drache, da eine riesige Kobra, die sich Richtung Horizont schlängelt.
Schlafen im 5-Millionen-Sterne-Hotel
Im Nu steht das Camp, eine Wagenburg mit grosser Stoffbahn als Wind- und Sandblocker, dazu kleine Schlafzelte und in der Mitte ein züngelndes Lagerfeuer. Brennholz gibt es in der Namib keines, das fünfköpfige Team hat aber alles dabei, eine logistische Meisterleistung. Apropos: Verköstigt werden wir nicht mit Tütenfutter und Wasser, sondern mit dem kulinarischen Angebot eines hochklassigen Hotels. Im Kochzelt wird emsig gewerkelt, und während wir die müden Glieder bei Kaltgetränken am Lagerfeuer ausstrecken, brutzelt auf selbigem herrlich duftendes Grillgut von Rind, Antilope, Fisch und Strauss. «Braai» – die namibische Version von BBQ – wird uns so gut wie jeden Abend serviert. Was gibt es Schöneres, als mitten in der Wüste am offenen Feuer bekocht zu werden? Als Nachtlager dienen «Bedrolls», aufgerollte dicke Schaumstoffmatratzen mit richtiger Bettdecke und Kissen, umhüllt von einem wetterfesten Bezug. Ein echtes Himmelbett. «Wenn der Wind nicht aus Westen kommt und Feuchtigkeit bringt, könnt ihr auch direkt im Freien schlafen», schlägt Nico vor. Dazu braucht es keine Überredung, denn der Nachthimmel über der Namib ist wie ein Blick ins Astronomie-Buch. Weder Luft- noch Lichtverschmutzung beeinträchtigen die Sicht auf die Gestirne der südlichen Hemisphäre. Milchstrasse, Kreuz des Südens, Skorpion, Magellansche Wolken – so klar hat sie noch kaum einer aus der Gruppe je gesehen. Sternschnuppen ziehen lange Schweife hinter sich her, ein geheimer Wunsch folgt dem nächsten. Stundenlang könnte ich diesem Spektakel zusehen, und doch fallen schon nach kurzer Zeit erschöpft die Augen zu. «Lekker slaap», höre ich noch aus den Zelten von Pauls Team. In der Tat: Gute Nacht!
so viel Afrikaans haben wir schon gelernt.
Spuren des Lebens, Spuren des Sterbens
«Lust auf eine warme Dusche?», fragt Paul grinsend, als wir in Camp 2 ankommen. Ein Scherz, bin ich mir sicher. Obwohl das Verlangen danach enorm ist. Der Wind, so angenehm er für die Kühlung ist, platziert Sandkörner in jedem, wirklich jedem Winkel des Körpers. Dazu der Schweiss und die Sonnencreme … «Kein Scherz», sagt Paul und scheint meine Gedanken lesen zu können. Hinter den Jeeps steht ein quadratisches, mannshohes Zelt. «Unser Duschzelt», sagt er triumphierend. «Jeder von euch hat einen Eimer warmes Wasser zur Verfügung.» Frisch geduscht, mitten in der Namib, mit einem eiskalten Bier in der Hand am Lagerfeuer zu sitzen, in die Flammen zu schauen und den Wüsten-Geschichten von Pauls Jungs zu lauschen, das ist fast zu gut, um wahr zu sein.
Gefährliche Brandung
Das Wummern der Brandung wird mit jedem Kilometer lauter. Dann sehen wir die Küste zum ersten Mal, milchig eingehüllt in Nebelschwaden. Magere Vegetation macht sich breit. Der graue Sandboden zwischen den kniehohen, störrischen Büschen ist übersät mit Schakal- und Oryx-Spuren. Ob die Allrad-Crew das Lager wohl schon aufgebaut hat? Doch Paul ist wie immer für eine Überraschung gut. Im Nebel tauchen kleine Gebäude und zahlreiche rechteckige Zelte auf. «Willkommen in meinem Fisch-Camp», begrüsst er uns herzlich. Errichtet wurde es primär für Angeltouristen, die sich vom Ufer aus von den reichhaltigen Fischgründen des kalten Benguelastroms bedienen. Ich kann nicht widerstehen – nach der Durchquerung der Namib muss ich einfach in die Brandung springen. «Bitte geh auf keinen Fall alleine ins Wasser und maximal bis zur Hüfte. Du bist zwar gross und stark, aber die Strömung ist stärker», warnt mich Nico. Er untertreibt nicht. Das Wasser ist – die Antarktis lässt grüssen – nicht nur eiskalt, es zerrt auch mit unglaublicher Kraft an meinem Rumpf wie ein wütender Ringkämpfer. Dennoch: Die Erfrischung und das Erlebnis sind jede Gänsehautbeule wert.
Namib-Nebel und Diamantenrausch
Dann geht es ins Landesinnere zu verlassenen Diamantenschürfsiedlungen. Aristokratische und klischeehafte deutsche Namen: Grillenberger und Charlottenfelder. Was elitär-charmant klingt, sind alte Holzbaracken, die Überreste von Ochsenkarren, Schürfgeräte, Gerippe von kleinen Schlafhütten. Bis zu 18 Arbeiter mussten unter erbärmlichen Bedingungen darin hausen. So viel Hoffnung und so viel Elend, noch heute ist es spürbar. 1908 begann der Diamantenrausch in Kolmannskuppe nahe Lüderitz und breitete sich von dort aus. 1909 holten die Arbeiter jeden Monat im Schnitt 70’000 Karat aus dem Sand, ein Fünftel der gesamten Weltproduktion. Doch es war wie so oft: Wenige wurden steinreich, viele aber schufteten sich buchstäblich zu Tode. Überhaupt versprüht die Namib-Küste einen morbiden Charme. Die Strömungen im Wasser verschieben die Sandbänke ständig. Zahllose Schiffe verloren im Nebel die Orientierung – und havarierten. Die überlebenden Seemänner waren quasi zum Tode verurteilt. Wie ein rostendes Mahnmal steckt der Fischkutter «Shawnee», der sich 1976 in die Brandung von Conception Bay bohrte, kurz vor unserem vorletzten Camp im Sand.
Von der Langen Wand bis Swakopmund
Etwas wehmütig sitzen wir am letzten Abend ums Feuer. Die Jungs legen sich nochmal richtig ins Zeug. Als Appetizer gibt es frische Muscheln, gegrillt über der Glut, mit Tabasco und braunem Zucker, danach – natürlich – «Braai» und jede Menge kalte Getränke. Es wird viel gelacht. So eine Wüstendurchquerung schweisst zusammen. Als wir am nächsten Vormittag die grosse Lagune «Sandwich Harbour», ein Schutzgebiet für Tausende von Vögeln und Robben erreichen, müssen wir uns von der Namib verabschieden. Wie zum Gruss stehen zwei Schakale auf einer Düne und beobachten uns, bevor sie mit ihrem hellen Fell mit den Sandbergen verschmelzen. Am anderen Ende der Lagune warten die Pick-ups, um uns nach Swakopmund zu bringen. Gedankenversunken blicke ich aus dem Fenster. Die Namib hat mich ein Stück Demut gelehrt. Vielleicht sollte man öfter Menschen in die Wüste schicken.
Die Schweiz würde 20-mal in Namibia hineinpassen.
Namibia 824’116 km2
Schweiz 41’285 km2
EINWOHNER
Die Schweiz hat viermal mehr Einwohner.
Namibia 2,1 Mio.
Schweiz 8,4 Mio.
EINWoHNER PRO QUADRATMETER
Die Schweiz hat fast 100-mal mehr Einwohner pro km2.
Namibia 2,6 / km2
Schweiz 204 / km2
DURCHSCHNITTSJAHRESEINKOMMEN
Ein Schweizer hat durchschnittlich ein 17,5-mal höheres Jahreseinkommen als ein Namibier.
Namibia CHF 4400.–
Schweiz CHF 77’200.–
EXPORT
Die Schweiz hat ein 69-mal grösseres Exportvolumen als Namibia (2016).
Namibia CHF 4,3 Mrd.
Schweiz CHF 298 Mrd.
Zugleich ist die Schweiz Namibias grösster Importeur mit CHF 860 Mio., gut CHF 800 Mio. davon für Mineralien
(aka Diamanten) und Metalle …
Die Namib-Wüste ist Teil des Namib-Naukluft Nationalparks in Namibia. Sie ist nicht nur die älteste Wüste der Erde, sondern auch die mit den vermeintlich grössten Dünen der Welt. Um die Namib durchwandern zu dürfen, benötigt man eine Erlaubnis – und die bekommt man nur, wenn man mit Guide unterwegs ist. Das ist auch besser so, denn schon kleine Fehler bei der Planung oder Orientierung können tödlich enden. Denn zwischen dem Start beim Parkplatz des Deadvlei und dem nächsten Ort Walvis Bay liegen nur Sand und Meer. Das Abenteuer, eine Wüste zu Fuss zu durchqueren, ist einzigartig – und eine absolute Empfehlung. Aber Vorsicht: Manche Menschen werden süchtig danach…
Anforderungen:
Allgemeine körperliche Fitness ist Grundvoraussetzung, denn die Tagesetappen dauern zwischen sechs und acht Stunden bzw. 16 bis 25 Kilometer durch feinsten Wüstensand. Das Erklimmen von Dünen, v.a. wenn es auch mal auf der «weichen» Seite hochgeht, erfordert eine gute Grundkondition. Teilnehmer sollten Erfahrung in Mehrtagestouren mit leichtem bis mittelschwerem Rucksack haben. Explizite Camping-Erfahrung ist bei dieser Tour keine Voraussetzung, da der Guide plus Versorgungstrupp sich um Kost & Logis kümmern.
Buchung & Infos zum Namib Trekking:
Der Reiseveranstalter PureTreks ist auf aussergewöhnliche Trekking-Touren rund um den Globus spezialisiert. Inhaber Jerome Blösser ist Profi-Abenteurer und ein echter Wüstenwuchs. Über 30‘000 Kilometer ist er bereits zu Fuss durch Sand-, Fels-, Salz-, Stein- und Eiswüsten gelaufen. Mehr Infos zu Jerome und seinen Wüstenabenteuern findet ihr auf seiner Website jeromebloesser.de.
Eine genaue Beschreibung der Trekking-Tour durch die Namib-Wüste wie auch eine direkte Buchungsmöglichkeit findet ihr unter puretreks.de .
Beste Reisezeit:
Die beste Zeit für einen Trekking-Urlaub in Namibia ist von April bis September. In dieser Zeit fällt wenig bis kein Niederschlag und die Temperaturen sind mit mittleren Höchstwerten von 20 bis 27°C sehr angenehm.
Anreise:
Mit dem Flugzeug nach Windhoek. Die meisten Flüge gehen via Johannesburg. Vom deutschen Flughafen Frankfurt am Main gibt es auch Direktflüge.
Alle Transfers vor Ort werden vom Reiseveranstalter PureTreks organisiert.
Unterkünfte:
Werden vom Reiseveranstalter PureTreks organisiert.
AUSRÜSTUNGSTIPPS WÜSTEN-TREKKING
- Schuhe: Möglichst hohe, aber leichte Trekking-Schuhe. Wer plant, zukünftig öfter Wüsten-Trekkings zu unternehmen, sollte über die Anschaffung spezieller Wüsten-Stiefel nachdenken; entsprechende Modelle gibt es von vielen Top-Herstellern wie Hanwag, Meindl, Lowa, Garmont und Aku. Schuhe unbedingt vorher gut einlaufen und vor der Reise einfetten. Keinesfalls Schuhe mit Mesh-Einsätzen. Fürs Camp wie auch für einzelne Tagesetappen sind Trekking-Sandalen z.B. von Teva empfehlenswert.
- Bekleidung: Tagsüber langärmelige, leichte Oberteile und lange, leichte Hosen mit jeweils hohem UV-Schutz und hohem Wasserdampfdurchlass. Sie sollten aber unbedingt sanddicht sein. Nachts wird es in der Wüste empfindlich kalt, zwischen 8-0°C. D.h. leichte, aber warme Bekleidung. Merinowolle verträgt sich besonders gut mit den tagelang fehlenden Duschmöglichkeiten… Unbedingt sollten gute Wandersocken eingepackt werden, deine Füsse werden es dir danken.
- Leichte Trekking-Stöcke
- Gut sitzender Tagesrucksack (18-28 Liter). Das grosse Reisegepäck wird vom Versorgungs-Team transportiert, d.h. mitgeführt werden Wasser (ca. 6 Liter pro Tag), Proviant, Fotoausrüstung, Sonnenschutz, Sonnencreme und Extrakleidung (Windschutz).
- Accessoires: Wüstenkappe (mit Nackenschutz) oder Sonnenhut (z.B. Seattle Sun Sombrero von Outdoor Research), leichtes Buff-Schlauchtuch mit UV-Schutz, sehr gute Sonnenbrille (am besten mit optionalem Windschutz, um die Augen vor Sand zu schützen, z.B. Julbo Explorer 2.0), leichte, mittelhohe Gamaschen, ausreichend Wasserbehälter (für ca. 6 Liter), Stirnlampe
- Übernachtungs- und Kochausrüstung muss nicht mitgeführt werden, dies wird vom Veranstalter gestellt. Ebenfalls wird eine ausführliche Packliste vor der Reise zur Verfügung gestellt.
- Literatur
Namibia – Reiseführer von Iwanowski: Individualreiseführer mit Extra-Reisekarte und Karten-Download (Reisehandbuch). Von Michael Iwanowski. 30. Auflage (November 2017). ISBN:978-3-86197-195-5. CHF 38.90
Reise Know How Kauderwelsch Afrikaans, Sprachführer. Von Thomas Suelmann. 10. Auflage (August 2015) ISBN: 978-3-8317-6463-1. CHF 14.90
ALLGEMEINE INFOS NAMIBIA
Zeitverschiebung: Während der MEZ-Sommerzeit gibt es keine Zeitverschiebung zwischen der Schweiz und Namibia.
Währung: Landeswährung ist der Namibia-Dollar, der an den Kurs des Südafrikanischen Rand gekoppelt ist. Als Zahlungsmittel sind sie gleichwertig. In den meisten Geschäften werden auch US-Dollar und Euro akzeptiert. Der Kurs des Namibia-Dollars ist: ca. CHF 1.- = NAD 12,3
Netzspannung: 220/240 V/50 Hz; ein Adapter ist notwendig.
Einreise/Visum: Touristen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich benötigen kein Visum, sondern nur einen Reisepass, der noch mind. 6 Monate gültig ist.
Grösse des Landes: 824‘292 Quadratkilometer
Hauptstadt: Windhuk, ca. 320‘000 Einwohner
Bevölkerung: 2,3 Millionen Einwohner, Bevölkerungsdichte: rund 2,8 Einwohner pro Quadratkilometer, Bevölkerungswachstum 1,9 Prozent
Landessprachen: Amtssprache: Englisch; sonstige Sprachen: Afrikaans, Oshivambo, Otjiherero, Khoekhoegowab, Deutsch u.a.
Religion: 87 Prozent Christen, davon rund 80 Prozent Protestanten und rund 20 Prozent Katholiken; Rest traditionelle afrikanische Religionen
Nationalfeiertag: März (Unabhängigkeitstag)
Unabhängigkeit: März 1990
Regierungsform: Präsidialdemokratie
Impfungen: Es gibt allgemeine Empfehlungen zu Impfungen bei einer geplanten Reise nach Namibia – am besten direkt mit dem Hausarzt besprechen.
Im Nu steht das Camp, eine Wagenburg mit grosser Stoffbahn als Wind- und Sandblocker, dazu kleine Schlafzelte und in der Mitte ein züngelndes Lagerfeuer. Brennholz gibt es in der Namib keines, das fünfköpfige Team hat aber alles dabei, eine logistische Meisterleistung. Apropos: Verköstigt werden wir nicht mit Tütenfutter und Wasser, sondern mit dem kulinarischen Angebot eines hochklassigen Hotels. Im Kochzelt wird emsig gewerkelt, und während wir die müden Glieder bei Kaltgetränken am Lagerfeuer ausstrecken, brutzelt auf selbigem herrlich duftendes Grillgut von Rind, Antilope, Fisch und Strauss. «Braai» – die namibische Version von BBQ – wird uns so gut wie jeden Abend serviert. Was gibt es Schöneres, als mitten in der Wüste am offenen Feuer bekocht zu werden? Als Nachtlager dienen «Bedrolls», aufgerollte dicke Schaumstoffmatratzen mit richtiger Bettdecke und Kissen, umhüllt von einem wetterfesten Bezug. Ein echtes Himmelbett. «Wenn der Wind nicht aus Westen kommt und Feuchtigkeit bringt, könnt ihr auch direkt im Freien schlafen», schlägt Nico vor. Dazu braucht es keine Überredung, denn der Nachthimmel über der Namib ist wie ein Blick ins Astronomie-Buch. Weder Luft- noch Lichtverschmutzung beeinträchtigen die Sicht auf die Gestirne der südlichen Hemisphäre. Milchstrasse, Kreuz des Südens, Skorpion, Magellansche Wolken – so klar hat sie noch kaum einer aus der Gruppe je gesehen. Sternschnuppen ziehen lange Schweife hinter sich her, ein geheimer Wunsch folgt dem nächsten. Stundenlang könnte ich diesem Spektakel zusehen, und doch fallen schon nach kurzer Zeit erschöpft die Augen zu. «Lekker slaap», höre ich noch aus den Zelten von Pauls Team. In der Tat: Gute Nacht!Schlafen im 5-Millionen-Sterne-Hotel
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