Prolog: Das Glück gesucht
20 Jahre später gelten die Wände der drei südlichsten Inseln der Äusseren Hebriden, Pabbay, Mingulay und Berneray, als «home of the greatest sea cliff trad climbing in the world». Zumindest sah es das englische Klettermagazin «Climb» im Mai 2015 so. Grund genug für mich, ein drittes Mal nach 1995 und 1998 die Inseln zu besuchen.
Mit «Eda Frandsen» auf hohe See
Endlich ist alles verstaut, und wir lassen uns voller Begeisterung für den klassisch getakelten Gaffelkutter in die Bedienung der verschiedenen bordtechnischen Einrichtungen und das Gewirr von Tauen zum Hissen und Bergen der fünf Segel einweisen. Die Beherrschung all dessen ist grundlegend für den Erfolg unseres Törns, denn um das Boot zu segeln und dem günstigen Ostwind mit voller Segelfläche Rechnung zu tragen, müssen alle mit anpacken. «Two-six-heave, two-six-heave», schallt es dann auch schon im Chor, kaum dass wir ausgelaufen sind. Alle Mann und Frauen hängen an den Tauen, zerren, stemmen und wuchten, bis die Arme dick werden und die Lunge keucht. James koordiniert souverän die Aktion vom Steuerrad aus, während Mel kreuz und quer übers Boot hechtet, um den genauso souveränen Bemühungen der Landratten entgegenzuwirken, die Reise durch Mast- und Schotbruch vorzeitig zum Abschluss zu bringen. Langsam nimmt ein Segel nach dem anderen Kontur an, flattert zunächst in der steifen Brise, bevor es sich in voller Grösse bläht.
Wir nehmen Kurs auf die Isle of Skye, der Abendsonne entgegen. Ein lauer Wind treibt Wolken über das spiegelnde Wasser, die Inseln Eigg und Rum schwimmen im hellblauen Dunst. Während die Sonne hinter den Cuillins versinkt, ankern wir in der Bucht von Scavaig. Der Blick wandert hinauf zu den schroffen Bergkämmen, das schwindende Licht wird wie ein silbriges Foto von den schwarzen Felswänden zurückgeworfen, streicht über die Feeninsel im dunklen Wasser des nahen Loch Coruisk. Hoch oben auf den Schneefeldern leuchtet ein furioses Finale auf, dann liegt Loch Scavaig düster und einsam zwischen den Wänden aus uraltem Gabbro. An Deck erwartet uns Chloe bereits mit dem «tea», wie sie das opulente Abendessen verniedlichend nennt. Es gibt fangfrischen Fisch, dazu Weisswein und Bier. Wer sich auf harte Expeditionskost eingestellt hatte, wird bitter «enttäuscht». Und die Temperaturen ermöglichen sogar ein Dinner unter dem 1000-Sterne-Firmament des Nachthimmels.
Bei Sonnenaufgang sind wir wieder auf See, Kurs Äussere Hebriden. Keine Wolke trübt den Horizont, stattdessen herrschen Temperaturen wie am Mittelmeer. Zum Glück weht eine leichte Brise, alle Segel können gesetzt werden. Faul lassen wir uns in Richtung Hebriden kutschieren, bis plötzlich der Ruf «Delfine!» alle zu den Kameras stürzen lässt. Sieben Zyklopenaugen unterschiedlicher Brennweite halten das Spiel der Meeressäuger mit der Bugwelle digital fest.
Felsen? Jede Menge!
In einer Bucht vor der Ostküste von Pabbay gehen wir vor Anker. Die Sonne hält sich eben noch über dem Hügelkamm, Abendlicht modelliert die grünen Buckel, in denen das Grasland zum weissen Strand hin abfällt. Auf halber Höhe steht ein Haus mit vernagelten Fenstern; näher am Strand, zu beiden Seiten eines Bächleins, ragen halb versunkene, halb abgetragene Gevierte aus Steinbrocken und umgestürzte Grabkreuze aus dem Sand: ein verlassenes Dorf. Verwilderte Schafe bewegen sich in kleinen Herden über das Grasland. Tierkadaver in allen Stadien der Verwesung bis hin zum blanken Skelett sind die einzigen Marken der neueren Zeit. Jenseits der Hügelkuppen stürzen jäh die Kliffs aus schroffem Gneis ins Meer. Ihre Höhe wird nur ungefähr an den Seevögeln abschätzbar, die tief unten mit den Schaumkronen der Brandung verschmelzen. Dahinter dehnt sich der grosse blaue Spiegel des Atlantik, nicht mehr unterbrochen bis Amerika. Ehrfürchtig wie Gläubige und verstohlen wie Grabräuber betreten wir das Eiland, als gäbe es hier Mysterien zu entdecken: Et in Mingulay ego …
Während andernorts kommerzielle Interessen die Betonierung der abgelegensten Winkel vorantreiben, hat hier ein gegenläufiger Prozess stattgefunden: Die Seevögel leben auf den verlassenen Inseln in einem Paradies. Doch im Norden ist die Erschliessung neuer Ölfelder geplant. Geht etwas schief, droht die schwarze Pest. Ein Vorspiel gab es bereits auf den Shetland-Inseln, als 1993 der Tanker «Braer» Zehntausende Tonnen Öl verlor. Damals verhinderte nur der günstige Wind eine ganz grosse Katastrophe.
Bald ist unsere Ehrfurcht so weit abgeklungen, dass wir uns der Insel alpinistisch nähern – natürlich dem schottischen Kletter-Ethos gemäss: «clean». Alle Sicherungen sind vom Vorsteiger selbst zu legen und vom Nachsteiger wieder zu entfernen. Der Fels soll nach Möglichkeit ohne Spuren einer Begehung hinterlassen werden, Schottland stellt die wahrscheinlich härteste Bastion gegen das Bohrhakeneinerlei des Kontinents dar.
Pabbay: Zustieg mit dem Dinghi
Wellenberge – keine Chance auf Klettereien
Mingulay: Mit der Flut um die Wette
Da der Wind gedreht hat, fahren wir rüber nach Mingulay und gehen dort an Land. Zwischen den Ruinen des ehemaligen Dorfes führt ein alter Pfad Richtung Westen. Wir passieren verfallene Steinhäuser, jahrtausendealte Zeugen der Siedlungsgeschichte. Die Menschen hier lebten nicht vom Fischfang, dafür ist die See zu rau, sondern von den Seevögeln, die sie mit langen Ruten in den Klippen fingen: Klettern war für die «crags-men», so die Berufsbezeichnung der Männer, kein Freizeitsport, sondern harte Arbeit. Der Vogelfang bildete die Existenzgrundlage der Siedler. Noch heute prägen «cleits», torfgedeckte Steinkuppeln, in denen der Fang getrocknet wurde, die Landschaft der Insel. Der zunehmende Kontakt mit der Aussenwelt entfremdete im 19. Jahrhundert die Insulaner von ihrer weitgehend autarken Lebensweise und die Jungen suchten ihr Glück zunehmend in Kanada oder Australien. Daraufhin wurden in den 30er-Jahren des letzten Jahrtausends die letzten Siedler auf eigenen Wunsch hin evakuiert.
Von Dun Mingulay, einem Vorsprung der Küste auf der Westseite der Insel, stürzt der schwarze Fels schwindelnd tief hinab, umschwärmt von Abertausenden Seevögeln. Hitchcocks gefiederte Statisten produzieren eine Kakophonie kreischender, krächzender und klagender Stimmen; einige Vögel setzen im Tiefflug über uns hinweg. Unter uns erkennen wir das Felsentor, durch das wir tags zuvor noch mit dem Dinghi gefahren sind, jetzt ein brodelnder Kessel schaumigen Atlantikwassers. 300 Yards dahinter, so der Kletterführer,
ist die Abseilstelle. Ein Kloss steckt mir im Hals, als ich zwischen den Blöcken nach brauchbaren Stellen zum Bau eines Standes suche. Endlich finde ich zwei Risse, mit deren Hilfe (und zwei Friends) ich einen brauchbaren Fixpunkt basteln kann. Hoffentlich sind wir an der richtigen Stelle. Sollte meine Interpretation des Kletterführers allerdings falsch sein, könnte es unmöglich werden, wieder hochzuklettern. Dann kommt irgendwann die Flut. Und die verarbeitet an zu schwierigen Wänden gestrandete herrenlose Kletterer zu Krebsfutter.
Ich werfe das 100-Meter-Seil hinunter und kann gerade noch erkennen, wie es der Wind zur Seite treibt. Danach binde ich mich ein. Ich bin in meinem Leben schon über viele Routen abgeseilt: im schottischen Winter an glasigen Eisuhren, in Patagonien im Sturm oder in den Dolomiten an zweifelhaften Rostgurken. Doch nichts ist so aufregend, wie sich an Schottlands Küsten über 100 Meter freihängend der tosenden Brandung zu nähern. Denn auch hier hängt die Wand stark über, und das Seil endet auf einer bei Flut unter Wasser stehenden Brandungsplattform. Starker Schluckreiz. Vom Wind hin- und hergeworfen geht es nach unten. Aber ich behalte zumindest trockene Füsse, nur die letzten Meter des Seils hängen ins Wasser. Fritz ist der Einzige, der hinterherkommt, den anderen ist es zu kalt, und sie wollen erst morgen wieder ins Geschehen eingreifen (so die offizielle Begründung). Es folgt der aufregendste Moment: das Abziehen des Seils! Jetzt gilt’s! Wir müssen da hoch, so oder so. Fritz steigt in die erste Seillänge ein. Langsam schleicht er nach oben, quert ein wenig nach links, anschliessend nach rechts. Eine gefühlte Ewigkeit ist er unterwegs.
Dabei erstaunt es mich immer wieder, welch fantastische Reibungskoeffizienten der Gneis hier selbst bei Nässe entwickelt. Hinzu kommen die vielen Risse für eine klettererfreundliche Absicherung. «So eine Wand in Chamonix wäre ein Pilgerziel», behauptet Fritz, als ich zu ihm an den Stand komme. Es nieselt leicht, nach den Sonnentagen zuvor endlich echte schottische Verhältnisse. Ich bin mit der zweiten Seillänge dran. Der Fels hängt stark über, und ich frage mich, wo es einen Durchgang gibt. Überall, lautet die Antwort. Wie in einer Kletterhalle reiht sich ein Henkel an den nächsten. Trotz der imposanten Neigung sind die klettertechnischen Schwierigkeiten eher im senkrechten Teil der Wand angesiedelt.
Als wir oben an der Kante aussteigen, ist der Schauer vorbei und die Sonne kommt raus. Die Inseln liegen wie an einer Perlenschnur aufgereiht im silbrig glänzenden Meer, das Herz möchte einem übergehen angesichts dieser grandiosen Szenerie der Stille und Harmonie. Wir sitzen einfach nur da, minutenlang fällt kein Wort. Dann wandern wir langsam wieder zurück in Richtung Strand und «Eda».
Epilog: Das Glück gefunden
Per Flugzeug
Loganair fliegt von Glasgow nach Barra. Einzelheiten entnimmt man besser der Webseite loaganair.co.uk
Per Schiff
Der innerschottische Fährverkehr wird nahezu ausschliesslich von einer Gesellschaft durchgeführt, die liebevoll CalMac genannt wird. Nach Barra fahren die Fähren tagtäglich vom Oban an der schottischen Südwestküste:
Caledonian MacBrayne
The Ferry Terminal
Gourock, PA 19 1 QP Renfrewshire
0475/650100
calmac.co.uk
Folgt man den gängigen Vorurteilen über Schottland, ergiessen sich Unmengen von Regen auf diese herrliche Landschaft. Leider ist, wie an allen Vorurteilen, auch hier etwas wahres dran: Es regnet tatsächlich viel. Ein Lichtblick ist da vielleicht die Tatsache, dass selten länger als ein ganzer Tag keine Sonne zu sehen ist, das Wettergeschehen hat gerade auf den Äusseren Hebriden einen deutlich schnelleren Puls als bei uns. Glaubt man der Statistik ist die einzige (verhältnismässige) Trockenzeit zwischen den Monaten Mai und Juni. Sie haben sich als die beste Jahreszeit zum Wandern herausgestellt, in denen zusätzlich, sozusagen als Bonbon, die Sonne kaum noch untergeht. Ebenfalls sehr reizvoll kann der Herbst sein, der in den Highlands bereits Mitte September einsetzt. Fährt man im Sommer nach Schottland gilt es, als nicht unwesentlichen Faktor bei der Reiseplanung zu beachten, dass sich das Land im festen Griff eines kleinen Insektes – Culicuides impunctus genannt, befindet. Diese «midges» genannten, wolkenförmig auftretenden Plagegeister, können bei Windstille jeglichen Aufenthalt im Freien zuverlässig verhindern.
UNTERKUNFT
Einzig in Castlebay gibt es einige Hotels und Pensionen, hier B & B genannt. Getestet wurde vom Autor keine, da er entweder im Zelt auf Mingulay übernachtete oder auf dem Schiff.
ALLGEMEINE INFOS ZU SCHOTTLAND
Visit Scotland, Ocean Point One, 94 Ocean Drive, Edinburgh EH6 6JH, Tel: 0044/(0)845-8591006, www.visitscotland.co
KARTEN
Egal wo man in Schottland unterwegs ist, Orientierung verschafft das hervorragende Kartenwerk des britischen Ordenance Survey (OS). Die die gesamten britischen Inseln abdeckenden Karten im Massstab 1:50’000 gehören zur sogenannten Landranger Series und sind in jeder Tourist Information und im Allgemeinen auch in anderen Geschäften vor Ort erhältlich. Sämtliche Karten lassen sich bereits in Deutschland im gut sortierten Buchhandel bestellen.
LITERATUR
Bertram/Gantzhorn, «Schottland – Outdoor Erlebnis am Rande Europas», Bergverlag Rother. Unseres Wissens das einzige Buch welches speziell auch auf die verschiedenen Outdoor-Aktivitäten auf den Äusseren Hebriden eingeht.
KLETTERN
Die Wände der drei südlichsten Inseln der Äusseren Hebriden Pabbay, Mingulay und Berneray gelten als – so das englische Klettermagazin «Climb» im Mai 2015 – «Home oft he greatest sea cliff trad climbing in the world.» Dem ist kaum etwas hinzuzufügen: Der Fels ist fest, das Ambiente zwischen kreischenden Seevögeln und krachenden Atlantikbrechern kolossal, die Absicherung britisch – also nicht vorhanden. Wer hier klettern geht, muss zwingend mit Keilen und Friends zur Selbstabsicherung der Routen umgehen können. Haken existieren nicht und würden der Erosion auch nicht lange standhalten. Nähere Informationen findet man im Kletterführer von:
Gary Latter, «Scottish Rock, Volume 2 North», Pesda Press Ltd
Segeln mit der «Eda Frandsen»
Wer sich auch ein Mal auf der «Eda Frandsen» einschiffen oder vielleicht einen ganzen Trip organisieren möchte, wendet sich an James, den Besitzer des Schiffes:
Office: 01326 567265
Mobile: 07867 500289
Email: crew@eda-frandsen.co.uk
Web: eda-frandsen.co.uk
Das Schiff, die Crew und die Umgebung sind ein Traum. Aber das liest sich hoffentlich auch aus dem Text heraus.
DIE INSELN
Ähnlich wie das Great Barrier Riff der australischen Küste vorgelagert ist liegen die Äusseren Hebriden vor der schottischen Westküste und schützen diese vor den Unbilden des Nordatlantiks. Ca. 60 km von der Küste entfernt bilden sie einen rund 200 km langen Bogen aus unzähligen kleinen und grossen Inseln. Die grössten und bekanntesten sind die Doppelinsel Lewis/Harris im Norden und die für ihre endlosen Sandstrände bekannten Uists. Zu den am südlichen Ende gelegenen Barra Isles verirren sich relativ wenige Besucher. Im Nachgang stellen wir die wichtigsten Inseln kurz vor:
Barra
Barra ist die grösste Insel im Süden der Hebriden. Hauptort ist Castlebay, in dem auch die meisten der rund 1200 Einwohner leben. Der Ort wird regelmässig von den Fähren der Caledonian MacBrayne (liebevoll CalMac genannt) von Oban aus angefahren. Alternativ kann man auch mit dem Flugzeug anreisen. Allerdings befindet sich die Landebahn auf dem Strand und kann daher nur bei Niedrigwasser angeflogen werden. Die beiden höchsten Erhebungen sind der Heaval (383 m) und der Ben Tangaval (333 m), von denen sich spektakuläre Blicke auf die Inselwelt der Hebriden öffnen. Über einen 1990 aufgeschütteten Damm ist Barra mit der sich südlich anschliessenden Insel Vatersay verbunden. Sowohl Vatersay Bay als auch die gegenüberliegende Bagh Sar bieten phantastische Sandstrände. Wer nicht mit dem eigenen Vehikel oder Boot unterwegs ist, wird wahrscheinlich Castlebay als Ausgangsort wählen. Der Ort ist noch heute ein wichtiger Hafen, sämtliche Ausflüge in die Umgebung können von hier organsiert werden. Lebensmittelgeschäfte, Pubs und Hotels, die Post etc., alles konzentriert sich in Castlebay. Das namengebende Schloss befindet sich auf einer vorgelagerten Insel und hört auf den Namen Kisimul Castle. Es gehört – wie fast die gesamte Insel – zu den MacNeil of Barra, die die Burg haben restaurieren lassen. Normalerweise kann man diese am Mittwoch und Samstag Nachmittag besuchen.
Pabbay
Pabbay ist die nördlichste der drei südlichsten Inseln der Äusseren Hebriden, auch Bishop’s Isles genannt. Der Name der Insel bedeutet «Insel des Priesters». Die höchste Erhebung der rund 250 ha grossen Insel ist The Hoe, 171 m hoch. Ganz im Osten, geschützt von der Halbinsel Rosinish, befindet sich die von phantastischen Sandstränden gesäumte Bucht Bàgh Bàn. Direkt dahinter finden sich die Ruinen des ehemaligen Dorfes, die Insel wurde 1911 von Ihren damaligen Einwohnern freiwillig verlassen. Spektakulär wird es dann an der Westküste: Über 100 m hohe Klippen stürzen senkrecht ins Meer, am eindrucksvollsten sicherlich „The Great Arch“, eine bogenförmige Felsformation westlich von The Hoe. Die besten Blicke hat man von der gegenüberliegenden Brandungsplattform von Rubha Greotach.
Mingulay
Mingulay ist die grösste Insel südlich von Barra. Sie umfasst 640 ha, die beiden höchsten Erhebungen sind Macphee’s Hill (224 m) im Norden und Carnan (273 m) im zentralen Südwesten der Insel. Wie auch Pabbay fällt die Insel nach Ost hin sanft ins Meer, die zentrale Bucht hier (Mingulay Bay) ist von feinsten weissen Sandstränden gesäumt. Hier befinden sich auch die Ruinen der ehemaligen Siedlung sowie ein noch (zumindest in der Sommersaison) bewirtschaftetes Haus des National Trust of Scotland, der die Insel als gemeinnützige Organisation seit dem Jahre 2000 verwaltet (und besitzt). Die letzten Bewohner haben Mingulay im Jahre 1912 verlassen. Heute ist die Insel bzw. die steil nach Westen abfallenden Klippen ein einziges Seevogelparadies: Tordalke, Trottellummen, Papageitaucher, Basstölpel – das gesamte nordatlantische Vogelprogramm nistet in den senkrechten Gneisklippen. Vorgelagert sind diverse kleine Inseln und stacs. Wer hier bei ruhigem Wetter eine Bootsfahrt zwischen den Felsen erleben darf, wird sie bis ans Ende seiner Tage nicht mehr vergessen. Zelten und campieren wird am Strand von Mingulay toleriert.
Berneray/Barra Head
Die südlichste Insel der Äusseren Hebriden war deutlich länger besiedelt als die anderen Inseln. Aber auch nur deswegen, weil der prägnante Leuchturm bis in die späten 70’er Jahre des letzten Jahrtausends von drei Wärtern betrieben wurde. Sicherlich ein einsames Leben, rund 190 m über den tosenden Fluten des Nordatlantiks. Angeblich soll bei Sturm die Gischt der Atlantikbrecher bis hier oben rauf geweht worden sein. Die Insel selbst ist 204 ha gross und fällt von West nach Ost langsam ab. Es gibt keine von Sandstränden gesäumte Bucht, anlanden funktioniert nur bei ruhiger See an der Pier für den Leuchtturm. Wie auf Mingulay sind die Klippen auf der Westseite ein einziges Seevogelparadies.
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