Bei Julbo ist das ähnlich: Wer von Nyon her die 40 Kilometer zum Hochplateau Longchaumois im französischen Jura unter die Räder nimmt, sucht vergeblich ein Zeichen, das auf den renommierten Brillenhersteller hinweist, auf dessen Produkte Outdoor-Sportler aus der ganzen Welt schwören.
Bescheidenheit ist eine Zier
Kundennähe und Innovationskraft
Die Bodenhaftung hat Julbo trotz des Erfolgs nie verloren. «Wir sind nahe an den Konsumenten, an den Sportlern und an den Verkäufern», beschreibt Christophe Beaud das Erfolgsrezept. «Finanziell können wir nicht mit einem Unternehmensriesen wie EssilorLuxottica konkurrieren, der Marken wie Oakley besitzt. Aber wir punkten mit Kundennähe, Flexibilität und Menschlichkeit.» Und mit Innovationen: Nach den ersten Gletscherbrillen setzte Julbo mit der Selbsttönungstechnologie Reactiv Photochromic und mit dem Super Flow System für eine bessere Belüftung Massstäbe. In den Neunziger Jahren lancierte das Unternehmen Sonnenbrillen für Kinder, und seit 2015 ist es mit eigenem RX-Labor am Firmensitz auch im Markt der Korrektionsbrillen für Jugendliche und Erwachsene tätig.
»Die Ästhetik schliesslich sei subjektiv. Trotzdem sei es wichtig, eine Harmonie zwischen Funktionalität und Ästhetik zu finden. Neben Sonnenbrillen produziert julbo auch Skibrillen und Skihelme. «Wir mussten uns etwas diversifizieren, aber wir sind dem Outdoorsport immer treu geblieben», sagt CEO Christophe Beaud. Entwicklungsmöglichkeiten sieht er in Zukunft vor allem noch im Mountainbike-Markt.
Der wichtige Schweizer Markt
Die Schweiz ist für Julbo der wichtigste Markt nach Frankreich, wie International Sales Manager Bertrand Ragonneau-Flemming betont. Neben der Filiale in Sitten verfügt das Unternehmen auch noch über eine weitere in Vermont (USA). «Die Schweiz ist aber auch sonst bedeutsam für uns», erklärt Christophe Beaud. «Es ist der erste Markt, in dem wir unseren Direktvertrieb eingeführt haben.» In der Romandie sei die Marke bestens etabliert, währenddem es in der Deutschschweiz noch Potenzial gebe.
Sehr viel Wert legt der CEO auf die Tatsache, dass Julbo der einzige Sport- und Sonnenbrillenhersteller ist, der nicht in Asien produziert. «An unserem Sitz in Longchaumois fertigen wir die Prototypen bis hin zur ersten Serie von 100 Stück von A bis Z. Danach produzieren wir die Brillen in Rumänien. Die Fertigung in Europa ist für uns ein Vorteil.» Damit spricht er nicht nur die geografische Nähe und die schnelleren Reaktionszeiten an. «Defekte Maschinen und Anlagenteile können wir problemlos nach Longchaumois transportieren und hier reparieren.»
1888
Gründung des Unternehmens in Morez im französischen Jura
1951
Entwicklung der ersten Gletscherbrille «Vermont» für Bergsteiger und Alpinisten. Heute ein begehrtes Sammler-Objekt
1963
Die Söhne von Jules Baud benennen das Unternehmen nach ihrem Vater: Julbo
1970
Spitzenalpinist Yannick Seigneur wird technischer Berater. Er testet die Produkte auch auf dem Everest, Makalu und Annapurna
1979
René Beaud, der Vater der heutigen Besitzer, kauft das Unternehmen. Umzug nach Longchaumois
1986
Julbo bringt «Baby»-Brillen auf den Markt, um auch die Augen der Jüngsten zu schützen
1997
Entwicklung der Segelsport-Produktreihe «Nautic»
2005
Lancierung der Selbsttönungstechnologie Reactiv Photochromic mit permanenten Updates
2008
Julbo setzt vermehrt auf Multisport und begleitet Mike Horn auf seiner vierjährigen Segelreise um die Welt
2015
Julbo revolutioniert den Markt mit den Korrektur-Sportsonnenbrillen «RX Trem»
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