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Kitschig schön

Kitschig schön
Text: Marco Volken | Datum: 15.11.2016
Kitschig schön
Tschingelhorn VS / BE

km

1370 hm  2525 hm

07:00 h

zs
Sie liegt bereits im Sommer ziemlich weitab vom Rummel (ausser von jenem der Helikopter). Und im Winter wird es um die Mutthornhütte noch viel stiller (ausser wenn Heliskifahrer unterwegs sind, was aber bloss tagsüber der Fall ist, und meist nur an Wochenenden). Was liegt also näher, als mal im März oder April in der unbewarteten Hütte einzukehren und den kitschig schönen Sonnenunter- und -aufgang zu geniessen? Am nächsten Tag lediglich zum Petersgrat zurückzukehren und dann ins Tal zu fahren, wäre allerdings etwas gar faul – deshalb steigen wir unterwegs noch aufs Tschingelhorn. 
Toureninfo

ZS. Der Aufstieg zum Tschingelhorn ist alpinistisch (Steigeisen, Pickel, Seil), die Abfahrt ins Lötschental zum Teil recht steil (und bei schlechter Sicht nicht ganz einfach zu finden).

ZEIT 
Tag 1: Aufstieg 3 ½ h Tag 2: Aufstieg 3 ½ h

Mutthornhütte SAC (2900 m, im Winter unbewartet, Winterraum). Restaurants auf der Lauchernalp, ebenso am Ende der Tour in Blatten (günstig gelegen: Hotel Breithorn, am westlichen Dorfausgang bei der Haltestelle Brücke).

www.mutthornhuette.ch

Gandegg – waagrecht nord-nordostwärts zum Fuss des Felssporns P. 2919 – nord-ostwärts weiter – über einen kurzen Steilhang zum Sattel links von P. 2911 – die Richtung beibehalten und in einigem Auf und Ab unter Sackhorn, Elwertätsch und Birghorn zum Petersgrat (3202 m) – Sattel P. 3115 – etwas rechts haltend gegen die Mutthornhütte hinab – links um den Windkolk herum zur Hütte (der Eingang liegt auf der Nordseite und muss meist freigeschaufelt werden). Von der Hütte zurück Richtung P. 3115 – um den Fels P. 3163 auf die Sonnenseite – leicht hinab, dann wieder ansteigend in die vergletscherte Hochmulde am Südfuss des Tschingelhorns (Spalten!) – zum Fuss der markanten Schneerinne durch die Südflanke – Skidepot – zu Fuss hinauf (45 Grad) bis ca. 3420 m – nach rechts aus dem Couloir hinaus (47 Grad, etwas ausgesetzt) – über Schneefelder und Felsbänder zum Grat – über diesen (luftig) zum Tschingelhorn. Abstieg zum Skidepot – westlich ausholend auf den Üsser Talgletscher abfahren – auf diesem hinab – entweder a) wie in der Skitourenkarte eingezeichnet durch die schmale Rinne zum Abschluss des Inners Tals hinab (auf keinen Fall rechts des Bacheinschnitts fahren, Felsabbrüche!), oder b) ab ca. 2800 m nach links halten und von Nord-Nordosten her zum P. 2344 hinab – das lange Tal ausfahren – spätestens ab 2000 m links des Bachs bleiben – Fafleralp – auf der im Winter schneebedeckten Strasse (Winterwanderweg) mühelos nach Blatten.

VARIANTEN
Hübsch sind die möglichen Abstecher am ersten Tag: der Elwertätsch (WS–), das Birghorn (WS) und, ganz empfehlenswert wegen der Aussicht, aber auch einiges länger, das Wätterhoren (WS–, vom Petersgrat unter dem Kleinen Tschingelhorn queren und dabei nicht zu hoch halten, danach allmählich zum Gipfel ansteigen, grosse Spalten in Marschrichtung).

AUSGANGSPUNKT
Gandegg (2717 m). Von Goppenstein per Postauto nach Wiler (Lötschen) Talstation, dann per Seilbahn und Sessellift via Lauchernalp zur Gandegg (lauchernalp.ch)

ENDPUNKT
Blatten (1525 m). Postauto nach Goppenstein